Nicht nur pädagogisches Sendungsbewußtsein treibt die Interessenten; mehr noch locken die Vergünstigungen und das Prestige dieser Saisonbeschäftigung gute Hobbyfahrer aller Berufssparten ins Lehrfach.

Das Überangebot an Nachwuchs verschärft die Auswahlkriterien, vor allem bei den großen und renommierten Skischulen. Sport Scheck in München, zum Beispiel, der pro Winter rund 1200 Skilehrer – auf die Hänge schickt, akzeptiert nur jeden vierten Bewerber als „geeignet“. Engagierte Skifahrer trainieren deshalb meistens schon einen Winter zuvor in den sogenannten „Skilehrer-Nachwuchskursen“, um sich dann – zu Beginn der Saison im Herbst – bei den Aufnahmeprüfungen besser qualifizieren zu können.

Die Laufbahn eines Skilehrers ist teuer und sie braucht Zeit: meist mehrere Winter. Der Deutsche Skilehrerverband e. V. in München, dem 4800 Mitglieder aller Ausbildungsstufen angehören, rechnet, daß die Schulung bis zum „staatlich geprüften Skilehrer“ fünf- bis sechstausend Mark kostet.

Die erste Unterrichtsetappe zum „Hilfsskilehrer“ dauert meistens eine Woche; das geforderte Mindestalter liegt fast überall bei 18 Jahren. Erster Ausbildungsort ist die private Skischule.

Wer in der Lehrzeit beweist, daß nicht nur seine Fahrtechnik gut ist, sondern daß er auch didaktische Qualitäten besitzt, kann sich über die nächsten Schulklassen – den Skilehrer-Anwärter und den Verbandsskilehrer – bis zum „staatlich geprüften“ emporranmein, wobei die Durchfallquote immer bei etwa fünfzig Prozent liegt. Die Ausbildung zur „gehobenen Laufbahn“ liegt beim Deutschen Skilehrer-Verband. Die diversen Kurse dauern jeweils zwei bis vier Wochen.

In der Bundesrepublik gibt es derzeit genau 1569 staatlich geprüfte Lehrer; die Mehrzahl stammt aus Bayern; der Rest besteht aus Sportstudenten der Hochschulen oder aus talentierten Vereinsmitgliedern von Landesskiverbänden. Österreich hat bisher schon über 5000 Berufsskilehrer bis zur Staatsprüfung ausgebildet, 26 Wochen Unterricht braucht es bis dahin und 50 000 Schilling.

Das herkömmliche Bild vom dynamischen, braungebrannten Gebirgshelden, der sich abends vor eindeutigen Angeboten nicht retten kann, entspricht nur selten der Wirklichkeit,