Man kann es so oder so nennen, was die Kollegen der IG Metall und die Genossen der Hamburger SPD sich da frisch, fromm, fröhlich, frei ausgedacht hatten: Fürsorge oder Filz; auf alle Fälle war es ein Fehler und wurde zum Glück ein Flop.

Es kann doch wohl nicht wahr sein, daß es die Kollegen und Genossen als selbstverständlich ansehen, dem Hamburger SPD-Landesvorsitzenden Werner Staak ein wohldotiertes Pöstchen zuzuschanzen und ihn auf den Sessel des Arbeitsdirektors der größten deutschen Werft, der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW), hieven zu wollen. Gewiß, der SPD-Boß ist arbeitslos, nachdem er hanseatischer Tradition folgend, nach der Wahl sein Amt als Innensenator niederlegte.

Aber vor solcher Vetternwirtschaft sei denn doch das doppelte Stimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden. Dank also dem Chef der Salzgitter-Stahlwerke Ernst Pieper, dem Vorsitzenden des HDW-Aufsichtsrat, daß er den wichtigen Posten des Arbeitsdirektors nicht zur Pfründe für Politiker verkommen ließ. Die Kollegen der IG Metall aber müssen sich fragen lassen:

Ist es denn notwendig, Wasser auf die Mühlen des CDU-Professors Biedenkopf zu leiten, der landauf, landab die – angebliche oder tatsächliche – Verfilzung von SPD und Gewerkschaften anprangert?

Und zeugt es nicht von politischer Instinktlosigkeit, den Mitbestimmungsgedanken so zu diskreditieren, just in dem Moment, da der Streit um die Montan-Mitbestimmung hohe Wogen schlägt, und so den Verdacht zu nähren, es gehe der IG Metall auch bei der Montan-Mitbestimmung nur um Pöstchen und Vetternwirtschaft? hm