diese netten architekten bauen hohe bunte hoeuser und ein Zentrum

und dann gehen diese netten

architekten in ein bistro

weit vom zentrum

essen da die zwiebelsuppe trinken auch pernod und rotwein wie im Zentrum

von paris

Martin Sperlich hat ein Amt, das alle, die seinen Namen vernehmen, zu Bewunderung und etwas Neid hinreißt. Er ist Direktor der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und Gärten in Berlin. Ein beflügelndes Amt, möchte man denken, wenn man die Poetereien dieses Stegreif-, Protest-, Leserbriefdichters zur Kenntnis nimmt, Sonette darunter, Epigramme, Schüttel- und manche andere Reime, in denen man die Lust spürt, den Gedanken einen Rhythmus zu geben, ehe man sie bekanntmacht. Nicht Sperlichsondern Freunde fanden diese Gedichte so reizvoll, daß sie sie in ihren und des Nebenbeidichters Schubladen zur sammenklaubten und nun in ein handliches rotes Buch brachten mitsamt den Kommentaren, die, wenn man die Wörter zählte, mindestens doppelt so lang sind wie das, was sie erklären, ergänzen oder pointieren – Martin Sperlich: „gedickte“ (Detlef Heikamp Verlag, Postfach 100 313, 1000 Berlin 10; 112 S., Abb., 19,50 DM). Man liest auf gelblichem Papier von lustigen Einfällen, ironischen Attacken, von dummen, ärgerlichen, freundlichen Begebenheiten, die meist mit dem Beruf des Kunst- und Naturverwalters und seinen Liebhabereien zu tun haben: Es ist eine mit Berlin verknüpfte^sehr persönliche, schon deswegen ungewöhnliche sebr spaßige Begegnung.

Manfred Sack