Als sich vor Jahr und Tag Ferdinand („Ferry“) Porsche, Aufsichtsratschef des gleichnamigen Sportwagenherstellers, auf die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden begab, mochte er sich nicht allein auf seine eigenen Kontakte verlassen. Deshalb schaltete er den Frankfurter Personalberater – und Porsche-Fahrer – Maximilian Schubart ein.

Schubart wußte nicht nur einen Kandidaten für die Nachfolge des bisherigen Porsche-Chefs Ernst Fuhrmann, er konnte seinen Auftraggebern gleich eine ganze Liste präsentieren. Illustre Namen waren darunter; der Personalberater meinte, daß der Porsche-Job für Carl H. Hahn, den Chef der Continental Gummi-Werke AG, ebenso interessant sein könnte, wie für Robert Anthony Lutz, Chairman of the Board bei Ford of Europe. Und auch Peter Weiher, den Vorstandsvorsitzenden von Ford-Deutschland, glaubte Schubart für Porsche loseisen zu können.

Die Gesellschafter des Familienunternehmens jedoch ließen sich vom Glanz dieser Namen nicht blenden. Denn alle drei Manager residieren zwar in den Top-Etagen größer Unternehmen, ihre Leistungen sind jedoch nicht unumstritten: Hahn konnte die groß angekündigte Übernahme des französischen Reifenkonzerns Kleber nicht unter Dach und Fach bringen; Robert „Bob“ Lutz blieb der Erfolg mit Ford-Lastwagen in der Bundesrepublik „dem schwierigsten Lkw-Markt der Welt“ – wegen unübersehbarer Qualitätsmängel versagt; Peter Weiher schließlich mußte einen Verfall der deutschen Ford-Marktanteile hinnehmen.

Porsche nahm deshalb in aller Stille Kontakt auf zu einem weiteren Mann von Schubarts Liste, zu Peter W. Schutz, bei der Klöckner-Humbold-Deutz AG im Vorstand verantwortlich für Antriebe. In mehreren Gesprächen wurden sich die Familien Piech und Porsche, die sich die Aktien des Unternehmens teilen, mit dem Deutsch-Amerikaner einig, in der vorigen Woche präsentierte Ferry Porsche Schutz als neuen Porsche-Chef.

Während Porsche mit Schutz – und auch noch mit anderen Kandidaten – über die Besetzung des Chefsessels in Stuttgart verhandelte, wurde die Öffentlichkeit auf falsche Fährten gesetzt: Die Namen Hahn, Lutz und Weiher tauchten immer wieder in den Medien auf, wenn über die Nachfolge von Fuhrmann in Stuttgart spekuliert wurde. Diese drei Namen von Schubarts Liste– und nur diese drei – standen bis zuletzt in der veröffentlichten Meinung zur Diskussion.

Dabei waren eben diese drei schon aus dem Rennen, bevor es richtig begonnen hatte: Sie wurden von den Porsche-Gesellschaftern nicht einmal in die engere Wahl gezogen, geschweige denn zu einem Gespräch gebeten – von Schubart aber ins Gespräch gebracht.

Inzwischen kann der Berater denn auch einen weiteren Namen von seiner Liste streichen: Peter Weiher soll nach einem Bericht des Spiegel als Vorstandsmitglied zu VW of America wechseln. Bestätigt wird zwar vom Volkswagenwerk nichts, in den USA ist aber der Posten des Vertriebschefs vakant.