Im „Club Innsbruck“ werden die Gäste in die Geheimnisse der Ski-Metropole eingeweiht

Von Ingelies Zimmermann

Wer in den frühen Novembertagen in einer der unzähligen Innsbrucker Espresso-Bars unfreiwilliger Zuhörer intimer Unterhaltungen wird, stellt nach ein paar Sätzen mit Erstaunen fest: Es handelt sich um Sport. Mit wahrer Leidenschaft wird diskutiert, welchem Ski in diesem Winter der Vorzug zu geben sei und welchen Schuhen, ob man sich nun eine neue Langlaufausrüstung zulegen wird, ob man wohl die Waldläufe aufrechterhalten soll oder ob man zu diesem Thema erst einmal die Meinung der wöchentlichen Saunarunde abwartet?

Liegt dann endlich rund um Innsbruck, im Mittelgebirge wie auf den zerklüfteten Hängen der Nordkette und am anmutigen Rand des Patscherkofel genügend Schnee, dann kann man an frostigen Sonntagen bereits in aller Herrgottsfrühe die Innsbrucker sehen: große und kleine, alte und junge, alle die Skier geschultert, streben sie dem Auto oder einer Bergbahn zu, in jedem Fall den Skifreuden, die dieser Tag verheißt. Die glückliche Wettersituation Innsbrucks – Nebeltage zählen zu Seltenheiten – verspricht ungetrübtes Skivergnügen bereits im Vorwinter. „In der Sonn’ sein ma g’sessen und des im November!“ loben die Sportler den schönen Tag.

Trotzdem. Kann man in Innsbruck Winterurlaub verbringen? Kann das gutgehen, in einer Landeshauptstadt, die immerhin fast 130 000 Einwohner zählt, an der Nord-Süd- und auch Ost-West-Achse liegt, daher mit höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen hat als andere Städte, und die zudem noch Arbeitsplatz für Tausende von Pendlern aus der Umgebung ist? Ja, es kann. Und sogar sehr gut, wie die steigenden Übernachtungszahlen beweisen – und die zunehmende Frequenz aller sportlichen Einrichtungen.

Rund um Innsbruck breiten sich die schönsten Skigebiete aus. Klingende Namen aus der seligen, aus der olympischen Zeit wie Axamer Lizum oder Patscherkofel haben, hohen sportlichen Stellenwert und den schon lange. An Olympia denkt man nicht mehr, das ist vorbei. Ambitionen ehrgeiziger Leute, Innsbruck zum Dauerolympia zu machen, stoßen beim Großteil der Bevölkerung auf taube Ohren. Man hat genug vom Rummel, zweimal reicht!

Wer also in Innsbruck Winterferien verbringt, der kann zwischen einer Vielfalt von Gebieten wählen: Lizum und Patscherkofel eben, aber auch Glungezer, Seegrube, Mutterer Alm, Rangger Köpfl, Gebiete, die ihrerseits wieder eine Vielfalt an Pisten bieten, von der rasantesten, der Diretissima, die vom Hafelekar, der obersten Station der Innsbrucker Nordkette, über eine steile Rinne zur Mittelstation Seegrube reicht und die Mutprobe für ganz Sportliche darstellt, bis zu den sanften, weiten Wiesenhängen der Mutterer Alm, wo bereits Dreijährige mit ihren Müttern kühn in die Tiefe „bogeln“, einen Schwung nach dem anderen setzen und die Vorsichtsrufe der Mutter total überhören. Zu all diesen Gebieten fährt der Innsbrucker Skibus. Er hält an zentralen Punkten der Stadt, sammelt die Skifahrer ein, bringt sie zu den Talstationen der Skilifte und Bergbahnen und holt sie zu gegebener Zeit wieder ab, gratis natürlich. Voraussetzung ist nur ein mindestens dreitägiger Aufenthalt in einem Innsbrucker Betrieb, egal ob Nobelhotel oder kleine Pension. Dazu wird der Innsbrucker Skipaß angeboten, der in fünf Skigebieten mit insgesamt 33 Seilbahnen und Liften Gültigkeit hat, mit dem außerdem sämtliche Linien der Innsbrucker Verkehrsbetriebe und außerdem die drei Hallenbäder gratis benutzt werden dürfen.