Von Alexander von Bormann

Daß nicht mehr alles machbar sei, daß dem wirtschaftlichen Wachstum Grenzen gezogen sind, die wir nun erreicht haben, ist eine Einsicht, die Auch ideologisch sehr weitreichende Konsequenzen hat. Langsam beginnt ein Umdenken auf vielen Gebieten, das Hand in Hand mit praktisch-politischen Bemühungen geht. Dabei wird bislang (vielfach benötigte) Konfliktorientierung von der Obrigkeit weitgehend als Gewaltorientierung behandelt.

Die Taschenbuchreihe bei Fischer. trägt dem wachsenden Umweltengagement Rechnung, auf Kreislaufpapier, versteht sich. Dabei sind große Qualitätsunterschiede und auch ideologische Differenzen bei den einzelnen Bänden, ja manchmal auch innerhalb der Bände, nicht zu übersehen. Andererseits gehört frische Buntheit dazu: Die Vielfalt der Themen, der Ansätze, Vorschläge und Zukunftsbilder soll das Denken anregen, kreativ machen im Dienst der verbindenden Idee – an einer Zukunft mitwirken, die neu, anders, lebenswerter ist als der Schrecken einer kontinuierlich fortgesetzten Gegenwart.

James Robertson plädiert für eine vernünftige, menschliche und ökologische Zukunft, die er (nicht eben vernünftig und menschlich) VMÖ nennt („Die lebenswerte Alternative“; 4026; 1979). Er holt weit aus, um die heutigen Gegenbewegungen ans Theorem einer nachindustriellen Revolution anschließen zu können. Vorbild ist der Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit. Die Schwierigkeit, der gerade alternative Lebens- und Gesellschaftsentwürfe begegnen: auf die Frage nach ihrer möglichst breiten Verwirklichung antworten zu müssen, wird von Robertson hemdsärmelig beiseite geschoben. Die andere Zukunft ist für ihn möglich, „sofern wir uns in ausreichender Zahl entschlossen haben werden, daß sie möglich ist und daß wir diese Richtung einschlagen wollen“.