Ode auf Ada

„Ich hoffe, die Götter haben sie mit allem gesegnet – außer der Poesie, denn ein Narr in der Familie reicht.“ Dieses Stoßgebet aus dem Munde des englischen Herzensbrechers und Dichters Lord Byron galt seiner einzigen legitimen Tochter, der damals siebenjährigen Augusta Ada und späteren Gräfin Lovelace.

Beileibe kein Dummkopf, avancierte Ada zwanzig Jahre später zur Mitarbeiterin des Mathematikers und Erfinders Charles Babbage. Babbage tüftelte gerade an der Konstruktion seiner „analytischen Maschine“, der Vorgängerin des heutigen Computers. Ada Byron erhielt die Aufgabe, die „Software“ – also ein Rechenprogramm – zu entwickeln. Obwohl die Maschine nie gebaut wurde und Ada Byrons zukunftsweisender Beitrag weder von den Dichtern noch den Naturwissenschaftlern -gewürdigt wurde, ging Ada in die Geschichte ein: Sie war die erste Computer-Programmiererin der Welt.

Jetzt hat das amerikanische Verteidigungsministerium Ada Byron ein spätes Denkmal gesetzt: mit einer neuen Programmiersprache, die das „Gespräch“ mit dem Computer im Vergleich zu herkömmlichen „Sprachen“ bedeutend vereinfachen soll. Sie heißt ADA – in Anerkennung der fast Vergessenen Pionierarbeit der Poetentochter. Was Lord Byron nie schrieb, hat das Pentagon endlich nachgeholt: eine Ode auf Ada.

Maria und Helmut

Zu ungewöhnlicher Prominenz kam die 14-jährige Türkin Maria Aydia aus Saarbrücken. Bundeskanzler Schmidt hatte in seiner Regierungserklärung, als er das Ausländerproblem ansprach, aus einem Aufsatz zitiert, den die Hauptschülerin geschrieben hatte: „Wenn ich Bundeskanzler wäre, hätte ich für Auslenderkinder Diktate nicht gelden lassen. Die Auslenderkinder haben in Deutsch ganz viele Schawirichkeiten.“ Helmut Schmidt fügte hinzu: „Ich kann Diktate für Ausländerkinder nicht abschaffen. Aber ich danke der Lehrerin für ihr Verständnis. Sie hat der kleinen Türkin für ihren Aufsatz die Note 2 gegeben und ihr zur Aufmunterung daruntergeschrieben: „Vielleicht wirst Du einmal Bundeskanzler, denn Deine Rechtschreibung wird tatsächlich immer besser.“ Die zukünftige Konkurrentin wurde nach Schulschluß von Journalisten belagert und auch der türkische Botschafter in Bonn ließ recherchieren, wer seine kleine Landsmännin sei. Diese, auch Von Bild gewürdigt, gab zu Protokoll: Sie wolle nicht zurück in die Türkei, dort gäbe es für sie keine Lehrstelle. „Wenn jedoch in meinem Land ein Mann wie Schmidt Bundeskanzler wäre, so würde sicher vieles besser werden.“ Alle Türken warten auch dich, Herr!

Der vollautomatische Rekord