Keine Trendwende zeichnet sich in der Leistungsbilanz der Bundesrepublik ab, auf deren Passivseite sich in diesem Jahr bis Ende Oktober 25,8 Milliarden Mark angesammelt haben. Zwar wurde im Oktober ein Ausfuhrüberschuß von 1,7 Milliarden Mark erzielt – es wurden Waren im Wert von 30,3 Milliarden eingeführt und für 32 Milliarden Mark exportiert – insgesamt schloß die Leistungsbilanz allein für den Oktober aber mit einem Minus von 1,3 Milliarden Mark ab, im gleichen Vorjahresmonat waren es 0,6 Milliarden Mark.

Erst im nächsten Jahr könnte sich – wie es das Hamburger Institut für Wirtschaftsforschung voraussieht – das Defizit etwas verringern. Zum einen werden – so die Fachleute – die Überschüsse in der Handelsbilanz weiter steigen, zum andern soll die Dienstleistungs- und Übertragungsbilanz nicht ganz so negativ ausfallen; Dreh- und Angelpunkt für die optimistische Prognose ist der Wert der Mark, der sich im Laufe des nächsten Jahres verbessern könnte.

Die schnell gestiegenen Preise für Energie, die letzten Endes für das Leistungsbilanzdefizit verantwortlich sind, belasten deutlich sichtbar auch die Haushaltskassen. So muß ein Arbeitnehmerhaushalt mit vier Personen heute bereits fünf Prozent des Einkommens allein für Energie ausgeben, 1970 waren es erst vier Prozent. Und Staatssekretär Dietrich Sperling aus dem Bundesbauministerium geht davon aus, daß die Aufwendungen eher noch steigen werden.

Angekratzt ist das Image vom bienenfleißigen bundesdeutschen Arbeitnehmer schon lange. Jetzt weist das Institut der Deutschen Wirtschaft schwarz auf weiß nach, daß die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nur 31,6 Stunden beträgt, zieht man Urlaub, Feiertage und Fehlzeiten ab. Allein 8,4 Prozent der Arbeitszeit geht durch Krankheit verloren, wobei weibliche Arbeitnehmer häufiger nicht am Arbeitsplatz erscheinen als Männer. Ho