ropäer die weltweite Herausforderung durch die Sowjets genauso interpretieren und auch das Junktim zwischen der Sicherheit in Europa und im Persischen Golf gleich beurteilen. Gehen wir %& meinsam davon aus, daß die Situation in Polen Ton den zukünftigen Ost West Beziehungen nicht zu trennen ist? Dies sind die beiden Schlüsselprobleme der westlichen Allianz in den nächsten Monaten, : Und die Amerikaner? Ein "Washingtoner OstWest Experte: "Auch wir würden Opfer bringen, welche eine noch deutlichere Sprache sprechen als unsere Antwort auf Afghanistan. Wahrscheinlich ist der Abbruch aller Rüstungskontrollverhandlungen, die Erhöhung unserer Rüstungsausgaben, selbst über das Maß hinweg, welches die Reagan Leute vorsehen, die Nichterneuerung des langfristigen Getreide Vertrages der 1981 ausläuft, der Bruch unseres Schiff ahm Abkommens mit Moskau Ein hoher Berater im Weißen Haus ergänzt: "Die sowjetischen Planer sollten sich fragen, ob die Kanadier und Argentinier mit ihrem feizen auch diesmal die Lücke füllen würden "

Doch ungeachtet solch möglicher, folgenschwerer Konsequenzen dürfte; e]ie Rote Armee, ist sie einmal in Polen einmarschiert, länger dort bleiben. Das Land, meint der ehemalige Verteidigungsminister Nixons, Schlesinger, gehöre nun einmal "eindeutig" zum sowjetischen Interessengebiet; den Vereinigten Staaten bliebe wahrscheinlich nur die Möglichkeit, ihren "Unmut" ob einer möglichen (oder realen) Intervention zu äußern.

So ähnlich sieht es auch eine vertrauliche Studie des englischen Außenministeriums: DieGläubwürdigkeit westlicher Drohungen, heißt es in dem Bericht, habe sehr darunter gelitten, daß nach Afghanistans "Befriedung" — trotz starken Worten — Wesentliches nicht geschehen sei. Auch diesmal sind die Optionen des Westens begrenzt und seine außenpolitischen Dilemmata dafür um so zahlreicher. Es gilt zwar, die Sowjetunion abzuschrecken — aber gleichzeitig sollten die polnischen Arbeiter tunlichst nicht aafgestachelt werden. Es gilt auch, eine deutliche Warnung auszusprechen — und zugleich für den Fall vorzubeugen, in dem sich allerlei Drohungen nur als leerer Bluff entpuppen müßten. Von westliehen Sanktionsdrohungen unbeeindruckt, trafen sich denn auch die Mitglieder des Warschauer Pakte auf dem bisherigen Höhepunkt der polnischen Krise bei einer Gipfelkonferenz in Moskau.

Von Breschnjew bis Honecker — versammelt war am vorigen Freitag, wer in der gemeinsamen Entscheidung der Pakt Staaten über das "polnische Experimerit" Rangüjid Naiep hatte; aus Polen herbeigeeilt waren die von ihren Arbeitern schon mehrfach gedemütigten Stanislaw Kania und Ministerratsvorsiösnder. Josef Pinkpwskä, aber auch der Verteidigungsminister war gekommen und der Innenminister derAußenminister - kurzum, die heue Parteielite Polens, die vor dejn kommunistischen Spitätengjsemium Rechenschaft ablegen sollte über mögliche repressive Eindämmungsmaßnahmen angesichts" von j 0iaos und Anar chie" (Kania) und "aritisoZialistischeji Umtrieben" in Polens Fabriken, Universitäten und Schulen "

, , Ihnen gegenüber saß auch der Vorsitzende des Komitees für Staatssicherheit der UdSSR, Juri Andropow, der KGB Chef: Der Mann mit der randlosen Brille hatte schon eine maßgebliche Rolle in der Niederschlagung des ungarischen Auf Standes gespielt. Seine Anwesenheit dürfte die Polen nicht minder irritiert haben, wie Äußerungen des Prager Parteiblatts Rüde Pravo am Vorabend der Konferenz: Offen verglich die Zeitung die Situation zwischen "Polen 1980" und im eigenen Lande vor zwölf Jahren. Die Tschechoslowaken, so hieß es, können dank ihrer Erfährungen von 1968 die Ziele des (selbstverständlich "westlichen") Imperialismus besser beurteilen als die Polen.

Solchermaßen auf die Rolle des armen Sünders festgenagelt, harrten Kania und Genossen hinter den obligaten Nazir Selterwasserflaschen Moskauer Konferenzkultur im Zeugenstand aus: Vor. ihnen saß das höchste politische "Gericht" des internationalen kommunistischen Establishments. Vorsorglich ließ die Militärzeitung Roter Stern Kania wissen, daß sich Polen "im Notfall auf die Rote Armee verlassen könne "

Die gemeinsame Erklärung nach der Gipfelkonferenz wurde in den westlichen (und gewiß auch jn polnischen) Kanzleien den Interpretationskünsten berufener Letternauguren unterworfen. Fazit eines Sicherheitsberaters im Weißen Haus: "Die Sowjets können sich jetzt eine gelassenere Haltung erlauben, weil sie ihren militärischen Aufmarsch beendet haben. Die notwendigen Truppen stehen seit dem Wochenende bereit. Wir rechnen jetzt allenfalls mit einer Vorwarnzeit von 24 Stunden Daß Stanislaus Kanias Regierungsmannschaft noch einmal eine Bewährungsprobe zur "Bereinigung" im eigenen Lande erhalten hatte, schien im Text klar zu werden: Die Teilnehmer- des Treffens brachten ihre Überzeugung zum Ausdruck, daß die Kornmttnisten, die Arbeiterklasse, die Werktätigen des brüderlichen Polens imstande sein werden, die entstandenen Schwierigkeiten zu überwinden und die weitere Entwicklung des Landes auf sozialistischem Weg zu sichern.