China Ist für Touristen teuer, deren Versorgung ist unzureichend und ihre administrative Gängelung ist ärgerlich. So beschrieb kürzlich ein asiatisches Wirtschaftsmagazin, was Besucher im Reich der Mitte erwartet. Aber es lobt auch die touristischen Attraktionen und die trotz aller Rückschläge wachsende Liberalisierung für Touristen.

Innerhalb von drei Jahren Ist die Zahl der China-Touristen von nahezu Null auf 800 000 je Jahr angewachsen, berichtete kürzlich das in Hongkong erscheinende Eat Eastern Economic Review in einem Beitrag über dieses neue, sehr gefragte Reiseziel. Der Artikel war Teil einer umfassenden Wirtschaftsanalyse Chinas, hinsichtlich des Fremdenverkehrs kommt er zu dem Schluß, daß die Volksrepublik überfordert sei Pekingreisende, die plötzlich mangels Betten in der Hauptstadt mit ihrer Gruppe nach Tianjin abgeschoben werden, oder Einzelreisende, die nachts ohne Herberge durch die Straßen irren, seien symptomatisch für den „Fastzusammenbruch von Service und Unterkünften“, die China bei ausländischen Reiseveranstaltern einen schlechten Namen eingetragen habe.

Beschwerden bleiben in der Regel unbeachtet, heißt es in dem Magazin, das unzulängliche Übersetzer, herrische Führer, schmutzige Toiletten, unerfahrene Taxichauffeure und fehlende Kühlanlagen in Restaurants aufzählt. Besonders beklagt wird, daß Ausländer auf öffentlichen Verkehrsmitteln die: und in Restaurants noch mehr zur werden auch verlangt für nicht genutzte Reservierungen auf Bahnen oder Inlandflügen.

Erfreulich sei allerdings die schnelle Liberalisierung, die heute unternehmungslustigen Touristen mit schmaler Börse ermögliche, in den Provinzzentren auf die offizielle Führung zu verzichten und – zumindest in der Umgebung – auf Buslinien und in Eisenbahn-Holzklasse das Land zu erkunden – auch für den doppelten Preis selbstverständlich.

Als sehr lobenswert vermerkt das Hongkonger Blatt, daß nicht mehr alle Fremden als potentielles Sicherheitsrisiko gelten, wenngleich gegenüber den beiden letzten Jahren ein Rückschlag zu verzeichnen sei. So seien nun offiziell Hindernisse angelegt worden gegen zu enge Verbindung von Fremden und Einheimischen, etwa bei gemeinsamen Tanzvergnügen, bei Haus- oder Hotelzimmerbesuchen oder beim Geschenke-Austausch.

Das Magazin greift auch ein Gerücht über Chinas jüngste touristische Offerte die Tibetianer auf: Diese Touren sollen angeblich bald wieder eingestellt entweder, weil den Offiziellen Peking bekannt geworden ist, wie unzureichend die Versorgung von Gästen auf dem „Dach der Welt“ noch ist, oder wegen des schlechten Eindrucks, den die Besucher von der Entwicklung der einstigen Mönchsrepublik unter dem Sozialismus mitnehmen – unerfreuliche Neuigkeiten für die deutschen China-Veranstalter, die erst seit einigen Monaten Tibet-Fahrten anbieten können. K. V.