Statt durch Kapitalimport finanzieren wir gegenwärtig den Fehlbetrag im Zahlungsverkehr mit dem Ausland im wesentlichen aus den Währungsreserven der Bundesbank. Der Frankfurter Devisenschatz wird am Ende des Jahres ganz schön zusammengeschmolzen sein. Schließlich wird das Defizit 30 Milliarden Mark erreichen.

Aber was soll die Bundesbank tun, wenn es mit dem Kapitalimport nicht so recht klappen will? Er ist wahrlich nicht gering, wird aber durch einen ebenso hohen Kapitalexport wieder neutralisiert. Das Zinsgefälle zugunsten der USA und Großbritannien lockt Geld nach draußen. Die Bundesbank kann aber die deutschen Zinsen nicht auf ein Niveau heben, das Kapital im Inland hält. Die Konjunktur verlangt eher eine Zinssenkung.

Das Zinsgefälle wird zunächst bleiben. Das Amerika Reagans wird noch einige Monate mit hohen Zinsen leben müssen. Unser Zinsnachteil ließe sich nur mit einer aufwertungsverdächtigen Mark überspielen. Die schwache Mark muß durch den Dreiklang: stabilitätsorientierte Geldpolitik, Finanzpolitik und Lohnpolitik wieder härter werden. Bonn und die Tarifpartner dürfen die Bundesbank nicht allein lassen. R. H.