Aus dem herausgeschmuggelten Brief eines Häftlings an seine Frau:

„Das Leben hier ist sehr schwierig. Wir sind etwa 50, aber wir müssen den ganzen Tag stehen, vor einer Mauer, mit einer Kapuze über dem Kopf, dürfen uns nicht bewegen oder reden, Das Essen ist miserabel: dreimal einen Teller Suppe und ein Stück Brot am Tag. Einmal pro Woche Eintopf mit einem Stück Fleisch. Wir haben alle 15 bis 20 kg abgenommen, wir bieten einen Anblick zum Erbarmen, so dünn und schwach sind wir. Man foltert uns in Gruppen, vor den anderen. Manche werden auch woanders hingebracht, in die .Fleischerei’, wie sie die Soldaten nennen. Die Mädchen werden mehrfach vergewaltigt; ist ein Angehöriger zugegen, muß er als Zeuge dabeisein.“

Offener Brief eines uruguayischen Offiziers an den Vatikan:

„Ich bin Offizier des uruguayischen Heeres. Wenn ich den für mich so wichtigen Entschluß gefaßt habe, diesen Brief zu schreiben, hat das nur einen Grund: das tiefe Unbehagen, das ich wegen all dem verspüre, was ich gesehen und, schlimmer noch, an dem ich gezwungenermaßen teilgenommen habe. Ich kann es nicht mehr aushalten. Alles, was für mich ganz wichtig war, die Familie, die Laufbahn, der ich die besten Jahre meines Lebens gewidmet habe, mein Land, das auch das Land meiner Eltern und Freunde ist, alles hat angesichts des wachsenden und unerträglichen Widerwillens, den ich fühle, einen anderen Sinn bekommen.

Ich weiß, daß ich mich in große Gefahr begebe und daß einige meiner Kameraden mich für einen Verräter halten werden. Aber niemand kann von mir verlangen, daß ich meinen christlichen Glauben vergesse und den Respekt vor dem Mitmenschen.

Ich füge meinem Brief zwei Photos als Beweisstücke bei. Beide Aufnahmen wurden aus besonderem Anlaß, von denen es so viele gibt, gemacht und zeigen Folterungen politischer Häftlinge...

Die uruguayische Armee foltert und mißhandelt systematisch alle Personen, die wegen politischen oder gewerkschaftlichen Tuns festgenommen werden. Ich habe Hunderte Beweise von den schmerzlichsten persönlichen Erfahrungen...