Mit eisernem Besen den Erfolg erzwingen? Dieses riskante Geschäft scheint der neue Vorstandsvorsitzende der Zigarettenfirma Martin Brinkmann AG, Henry M. Giudice, zu besorgen. Seit der bei der Schokoladenfirma Sprengel in Hannover gescheiterte Amerikaner vor Jahresfrist das Ruder des Bremer Tabakunternehmers übernahm, wird ausgekehrt. Der beschlossene Umzug der Betriebsabteilung Marketing Zigarette, traditionell in Hamburg ansässig, nach Bremen, war immerhin einleuchtend. Daß von den 156 Hamburger Mitarbeitern gerade 43 die Übersiedlung an die Weser mitmachen, mag auch noch Kalkül gewesen sein. Doch unter den Umzugsunwilligen sind ausgerechnet die vier Product Manager des Hauses, allesamt seit vielen Jahren für die Brinkmann-Marken Lord Extra, Lux Filter, Peer 100, Dunhill, Eve, SL, Rothmans zuständig.

Ziehen lassen mußte Brinkmanns Neuer zudem vier langjährige Werbepartner: Die Agenturen Lintas, McCann, Schmid Preissler und Westag.

Ein Spitzenabgang unterdes war vorprogrammiert: Peter Freiherr von Enzberg, der bei Eintritt von Giudice seine Funktion als Vorstandssprecher aufgeben mußte und seither das Auslandsgeschäft betreut, wird zum 1. Juli 1981 auch diese Funktion an Giudice abtreten. Dann scheidet er aus.

Es war ein Fernseh-Werbespot wie viele andere. Da fragt jemand den derzeit besten deutschen Abfahrtsläufer Michael Veith vor dem Postkarten-Hintergrund des verschneiten Val d’Isere so dümmlich unverblümt: „Herr Veith, Sie haben ja gerade die Ski-Marke gewechselt, wie kommen Sie mit dem neuen Ski zurecht?“ Die Kamera fährt darob direkter an den Sporthelden heran, exakt so weit, daß die Aufschrift Kästle auf dem Ski, den Veith praktischerweise an seiner Schulter lehnen läßt, die ganze Mattscheibe ausfüllt. Und schließlich antwortet der Werbeträger gehorsam: „Man braucht höchstens zwei Tage Umstellungszeit – ich habe keinerlei Probleme gehabt.“

Der österreichische Ski-Fabrikant Kästle konnte zufrieden sein, denn die prächtige Werbung für sein Produkt lief eine gute halbe Minute zur besten Fernsehzeit – genauer gesagt in der ZDF-Sendung „Sport aktuell“ am Freitag vergangener Woche. Und die übliche Gebühr von 45 867 Mark wird wohl dafür auch nicht bezahlt worden sein. Übrigens: Sportreporter Harry Valerien hat den Werbespot inszeniert.

„Wenn der Wirt das Restaurant aufgibt, ist es irgendwie logisch, daß auch der Chefkoch geht“, sagt der „Chefkoch“, in diesem Fall Leo Brawand, Chefredakteur des Manager Magazins. Hans Detlev Becker, der „Wirt“, genauer: Geschäftsführer der Manager Magazin Verlagsgesellschaft, hat dieses Amt am vergangenen Dienstag niedergelegt, beim Spiegel, dem das Manager Magazin gehört, bleibt er Geschäftsführer. Brawand wird sich im nächsten Jahr als Chefredakteur zurückziehen.