Von Heinz Michaels

Welcher Wert Ist einer Zusage der Bundesregierung beizumessen? Die Betriebsräte der Vereinigten Flugtechnischen Werke (VFW) in Bremen machen sich darüber ihre eigenen, für den Bundeskanzler keineswegs schmeichelhaften Gedanken.

Noch am 13. Juni letzten Jahres hatte Kanzleramts-Staatssekretär Manfred Schüler dem Gesamtbetriebsrat zu der geplanten Fusion von VFW mit der Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) geschrieben, „daß die angestrebte Strukturverbesserung durch die Zusammenführung nur gelingen kann, wenn sie von der Zustimmung der Arbeitnehmer mitgetragen wird.“

Am 11. November dieses Jahres konnten die Betriebsräte noch hoffen, denn auf einer Tagung über „Die Bedeutung der Luft- und Raumfahrtindustrie für den Unterweserraum“ fand Bremens Wirtschaftssenator Karl Wilms starke Worte: „Die Region braucht diese Industrie und insbesondere ihr Entwicklung- und Innovationspotential als entscheidende Basis für einen notwendigen tiefgreifenden Strukturwandel... Sollte es sich als unmöglich erweisen, die aufgezeigten Ziele mit der Fusion zu erreichen, so sollten wir nicht zögern, gemeinsam zu konstatieren, daß das Instrument untauglich war.“

Im Klartext hieß das: Bei einer Fusion müßten in Bremen wichtige Entscheidungszentren besonders auf dem Gebiet der Entwicklung für Raumfahrt und Transportflugzeuge verbleiben. Ausdrücklich forderte Wilms zudem das Einverständnis der Arbeitnehmervertreter.