Obschon das Öl aus der Nordsee so reichlich fließt, daß Großbritannien spätestens im nächsten Jahr Selbstversorger sein wird, ist die Regierung des Inselreichs nicht zufrieden. Denn der Steuer-Segen, der dringend gebraucht wird, bleibt vorerst aus. Nur wenige der bereits fördernden Felder werfen auch für die Regierung Gewinn ab. Der Grund: Solange der Aufwand für die Erschließung eines Feldes nicht amortisiert ist, wird die Ölsteuer nicht fällig. Die Regierung muß sich mit den Royalties in Höhe von 12,5 Prozent der Erlöse zufriedengeben.

Dies auch deshalb, weil den Gesellschaften natürlich immer wieder neue Investitionen einfallen, die den Gewinn schmälern. Der Steuer entgehen können sie freilich nicht. Wenn die Entwicklungskosten abgedeckt sind, wird ohne Erbarmen die Petroleum Revenue Tax in Höhe von 70 Prozent der beachtlichen Gewinne fällig.

Nur – so lange will die Regierung nicht warten. Nachdem sie allein im vergangenen Jahr das Steuersystem sechsmal geändert hat, will sie nun eine neue Steuer einführen. Das Interesse an einer weiteren Ölsuche wird dadurch natürlich getrübt. Aber es ist ja nichts Neues, daß Milch und Fleisch von der gleichen Kuh auf einmal begehrt werden. hgk