Die Preise für die Energiestoffe Gas, Kohle und Kraftstoffe treiben die Kosten für die Lebenshaltung der privaten Haushalte immer weiter in die Höhe. Im November war die Lebenshaltung 5,3 Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Nahrungsmittelpreise kletterten mit 4,7 Prozent noch unterdurchschnittlich.

Die Inflation trabt noch weiter. Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr sogar mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 5,5 Prozent. Dafür soll nächstes Jahr alles besser werden. Die von der Regierung festgelegten Eckwerte 1981 sehen einen durchschnittlichen Preisanstieg um vier Prozent vor. Das Wirtschaftswachstum wird mit höchst bescheidenen 0,5 Prozent veranschlagt, der Anstieg der Bruttolöhne mit vier, der der Gewinne nur mit drei Prozent.

Düsterer zeichnete soeben das Kieler Institut für Weltwirtschaft das Bild fürs kommende Jahr. Die Kieler erwarten nicht nur „Minuswachstum“, sondern auch höhere Arbeitslosenzahlen als die Bundesregierung, die von 1,1 Millionen im Jahresdurchschnitt ausgeht. Das Institut rechnet mit einer Zahl von 1,15 Millionen, die bis zum Jahresende sogar noch auf 1,3 Millionen ansteigen könnte. Geht es nach den Kielern, dann müßten die Tarifabschlüsse „deutlich unter der Rate des Preisanstieg liegen.“

Als ein „Riesenproblem“ bezeichnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der die großen westlichen Industrieländer angehören, den weiteren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Der Anteil der beschäftigungslosen Jugendlichen wird nach Ansicht der OECD im kommenden Jahr auf 14 Prozent aller Arbeitslosen steigen. Derzeit sind gut zwölf Prozent der insgesamt 26 Millionen Arbeitslosen Jugendliche. Besonders die erleichterte Gründung von öffentlichen und privaten Kleinunternehmen, in denen die neuen Technologien leichter eingesetzt werden könnten als in Großkonzernen, berge noch erheblich Arbeitsplatzreserven, heißt es bei der OECD. gf