Mit einem Schildbürgerstreich startete Gösau in das Wintersportgeschäft

Von Hans Georg Unger

Ich gestehe, daß ich in der Schweiz keine solchen erhabenen Naturszenen kenne als im oberösterreichischen Salzkammergut, denn hier sind die Seen und Berge schön wie am ersten Schöpfungstag“, begeisterte sich in seinen Reiseerinnerungen Deutschlands größter Naturforscher Alexander Freiherr von Humboldt.

Ferdinand Georg Waldmüller, berühmtester Wiener Maler der Biedermeierzeit, schwelgte mit Pinsel, Farbe und Liebe in gigantischen Gosauer Szenerien. Und Adalbert Stifter schöpfte dichterische Kraft aus den Almen, Wäldern, Schluchten und Felsen dieser Landschaft. Hier ließ er sich zu seiner Novelle „Bergkristall“ inspirieren.

Die Gebirgskulisse, die berühmte Reisende, Dichter und Maler früherer Jahrhunderte so berauschte, zieht heute noch Tausende von photoapparatbestückten Menschen an: Da wuchtet sich im Süden Oberösterreichs höchster Berg, der Dachstein (3004 Meter), in den Himmel; ein Klick-Motiv schlechthin. Daneben fletschen die Gosauzinken ihre Felszähne, bis der Gebirgskranz friedlich und fast harmlos in ein abgeschiedenes Tal ausläuft.

Das Gosautal: Aus dem Prospekt kann man herauslesen, daß 24 Lifte und eine Kabinenseilbahn in die Höhen führen, 35 Kilometer Abfahrten aus den dichten. Wäldern geholzt wurden, Hotels, Pensionen und Gasthäuser preiswert sind.

Lifte und Schnee haben die anderen auch, Gösaus Reize ergeben sich konkurrenzlos aus’seiner Abgeschiedenheit in herrlicher Bergwelt. Die Berge haben die Menschen und ihre Lebensart wie in einem Museum konserviert.