Die Polizeibehörden von Paris stehen vor einem Rätsel: Seit Monaten verschwinden aus Forschungslabors französischer Universitäten geheime Forschungspapiere und wertvollste Laborapparate. Beim jüngsten Diebstahl klauten Unbekannte hochwertige Ausrüstungen und machten sogar vor Computern nicht hält. Allein, aus den Pariser Universitäten entwendeten Diebe in diesem Jahr Gegenstände für eine halbe Million Mark. Die französischen Professoren beklagen sich inzwischen immer mehr darüber, daß sie allein 20 bis 40 Prozent ihres jährlichen Forschungsbudgets für die Neuanschaffung gestohlener Laboreinrichtungen ausgeben müssen; Der Wert entwendeter Forschungsunterlagen, so schimpfen sie verbittert, geht in die Millionen. Da es für dieses Diebesgut aber keinen Markt gibt, auf dem sich technologisches Knowhow oder Meßanlagen verhökern lassen, glauben die Betroffenen, daß sich hinter den Einbrechern und Dieben international organisierte Verbreeherringe verbergen, die nur auf feste Bestellung hin ihre Beutezüge starten. Vermutlich werden sie dabei von Universitätsangestellten unterstützt. Der Besteller steht für die Behörden auch so gut wie fest: Forschungsanstalten aus dem Ostblock.

V. L.