Nach frommer Ermunterung des Ajatollah Chomeini stürmte am 4. November 1979 ein hysterischer Mob die US-Botschaft in Teheran. Wider allen diplomatischen Komment wurden amerikanische Botschaftsangehörige gefangengesetzt – noch immer sind 52 als Geiseln in Persiens Hand. Für die Vereinigten Staaten begann die bisher längste Demütigung in ihrer 200jährigen Geschichte.

Der Eindruck amerikanischer Schwäche gipfelte nach monatelangen fehlgeschlagenen Verhandlungsversuchen in der Geiselbefreiungsaktion vom 24. April 1980: Operation „Blue light“ erstickte nach einem Unfall im Rauch ausbrennender Fluggeräte in der Salzwüste vor Teheran.

Kurz vor dem Jahrestag der Geiselnahme deuteten Anzeichen auf eine bevorstehende Entlassung der Geiseln. Auf dem Frankfurter Flughafen bezogen Kamerateams aus aller Welt Quartier – die Entlassenen würden dort zwischenlanden, so hofften sie. Doch die Mullahs im persischen Parlament beschlossen am 2. November 1980 nur ein Vier-Punkte-Paket (siehe unten), das Chomeinis Forderungen vom September abwandelte: Vor allem träumten die gläubigen Herren vom Schonvermögen in Amerika. Sechs Tage nahm sich Washington Zeit, dann ließ Carter ausrichten, im Prinzip akzeptiere man die Forderungen. Doch über das gesperrte Geld der Perser kann Carter nicht verfügen...

Die Verhandlungen gehen inzwischen im stillen weiter – über Algeriens Außenministerium. Wie begründet sind die Hoffnungen, daß zum Tag der Amtsübernahme Reagans – am 20. Januar 1981 – die Geiseln doch freigelassen werden? M. W.