Können Erdbebenforscher auf die Hilfe des Goldfischs hoffen? Dies zu fragen ist nicht absurd, seit Cliff Fröhlich und Ruth Buskirk an der Universität von Austin in Texas herausgefunden haben, daß Fische auf kleinste Schallschwingungen im Wasser deutlich reagieren. Druckunterschiede von wenigen Mikrobar (Millionstel bar) spüren die Tiere, wie an ihren Reaktionen zu erkennen ist. Uns Menschen, dies zum – Vergleich, lassen tausendmal größere Druckschwankungen im Millibar-Bereich kalt. Vorboten von Erdbeben sind häufig äußerst geringfügige Verschiebungen der Wassermoleküle, die entsprechend winzige Druckschwankungen zur Folge haben. Und da die untersuchten Fische solche Verschiebungen um nur 0,0001 Millimeter zu spüren verrmõgen, könnte das Studium ihres Verhaltens seismische Hinweise geben. Freilich rufen viele andere Ereignisse im Wasser Druckunterschiede hervor, ein weit entfernt dahinziehender Tanker zum Beispiel oder der Gesang eines Wals. Im Prinzip aber ließen sich diese Einflüsse ausfiltern. Zumindest, so meinen die beiden Forscher, sollte die hier sich bietende Möglichkeit für seismische Vorhersagen weiter geprüft werden; So könnten am Ende die Chinesen doch recht haben, die uns versichern, mit der Unruhe der Tiere kündigten sich die Beben an. hor