Das K 580IK80 ist besser als sein Ruf, und seine Väter konnten mit ihm in den letzten Jahren sogar große Sprünge nach vorne machen. K 580IK80 ist ein russischer Mikroprozessor. Die ungarische Handelsgesellschaft Videoton spielte ihn vor kurzem den Ingenieuren des amerikanischen Elektronik-Konzerns Control – Data zu. Und die fanden überrascht heraus, daß die Sowjets in der Mikroelektronik tüchtiger sind als bisher angenommen. Denn K 580IK80 steht seinem berühmten amerikanischen Vorbild 8080A, das erst vor vier Jahren beim Elektronikunternehmen Intel das Licht der Welt erblickte, im Können nicht nach. Einziger Unterschied: die räumliche Anordnung der Schaltelemente. Hier benötigt die russische Version wesentlich mehr Platz. Control Data gab das Wissen um die russische Konkurrenz freilich mit einem plausiblen Hintergedanken preis. Das Unternehmen hofft, dies könne Ronald Reagan zur Aufhebung des von Jimmy Carter 1979 erlassenen Lieferembargos für Computeranlagen nach Osteuropa veranlassen. Denn als im Dezember des vergangenen Jahres die Sowjets in Afghanistan einmarschierten, mußte Control Data die Exporte in den Ostblock einstellen. Das taten sie freilich nur zähneknirschend, denn dort erzielte sie bis dahin die lukrativsten Gewinne. V. L.