Das Kartellamt will die Fusion Metro-Kaufhof verhindern

Von Gunhild Freese

Geht es nach den Vorstellungen von Kartellamtspräsident Wolfgang Kartte, dann ist kommenden Montag schon wieder alles vorbei. Als nämlich jüngst das Management des Düsseldorfer Metro-SB-Großmarkt dem Berliner Amt mitteilte, es habe soeben 24 Prozent an dem Kölner Warenhauskonzern Kaufhof erworben, drängte sich den Kartellbeamten sofort der Eindruck auf, daß es nicht bei diesem kleinen Einstieg bleiben werde. Die Metro, eine GmbH & Co. KG, so der Verdacht des Amtes, will beim Kaufhof das Sagen haben, die Mehrheit. Und dieses möchte Kartte verhindern.

In der vergangenen Woche hatten sich zwei deutsche Großbanken von Teilen ihrer Kaufhofbeteiligungen getrennt: Die Commerzbank veräußerte rund 32 Prozent, die Dresdner rund 16 Prozent des Aktienkapitals, und beide waren froh, jedenfalls so ihren Jahresabschluß 1980 noch leicht polieren zu können.

Neben der Metro übernahm die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) ebenfalls eine 24-Prozent-Beteiligung sowie "eine Option auf den Erwerb weiterer Kaufhof-Anteile zur Bildung einer Schachtel" (so die offizielle Mitteilung der Commerzbank). Die Bankgesellschaft, größte unter den eidgenössischen Großbanken und mit einer "komfortablen" Ertragslage ausgestattet, könnte das Kaufhof-Paket nahtlos in ihr Anlage-Sortiment einfügen.

Bank spielt Schlüsselrolle

Neben ansehnlichen Beteiligungen an Hotel- und Touristikunternehmen, Versicherungen und einigen Industriefirmen finden sich je eine 25prozentige Beteiligung an dem Kaffeeunternehmen Jacobs und der Schweizer Lebensmittelkette Usego. Doch die Großbank betont, daß ihr Kaufhof-Engagement "nur vorübergehenden Charakter" habe. Das glaubt man auch im Berliner Kartellamt. Das Amt meint auch schon den Käufer zu kennen, ist doch die Bankgesellschaft auch noch die Hausbank der Metro International AG im Schweizer Städtchen Zug, der Muttergesellschaft der deutschen Metro. Diese Version wird allerdings in der Zürcher Bahnhofstraße als "frei erfunden" bezeichnet.