Der neue Hotel-, Restaurant- und Gasthausführer für Großbritannien und Irland – der Egon Ronay’s Lucas Guide 1981 – ist zum Preise von rund 22 Mark eben herausgekommen. In diesem Jahr wurden erstmalig siebzehn Kanalfähren zwischen der Insel und dem europäischen Festland kritisch bewertet.

Wiederum wird die Bewertung in Prozenten angegeben. Sie setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen: der Küche, Unterhaltung, dem zollfreien Laden, den Hafen-Prozeduren und ähnlichem. Fünf Inspektoren haben im Juni und Juli 1980 innerhalb von fünf Wochen 45mal den Kanal überquert.

Die Fährschiffreedereien operieren mit älteren und moderneren Schiffen nebeneinander, deren Standard stark variieren kann. Darum fordert Ronay, in Zukunft auf den Fahrplänen den Namen der jeweils verkehrenden Fähre anzugeben.

Hier die Resultate der Untersuchungen: Seaspeed führt mit 76 Prozent, gefolgt von Hoverlloyd (72 Prozent), DFDS Danish Seaways (67 Prozent), Fred. Olsen-Bergen Line (66 Prozent), Tor Line (63 Prozent), Sealink (holländisch, 62 Prozent), Brittany Ferries (60 Prozent), Olau Line (60 Prozent), Dunkerque Ramsgate-Ferries (34 Prozent), P & O Ferries (53 Prozent), Sealink (belgisch, 53 Prozent), Sealink (britisch, 53 Prozent), Prins Ferries (52 Prozent), Townsend Thoresen (52 Prozent, North Sea Ferries (49 Prozent), Sealink (französisch, 49 Prozent), Norfolk Line (42 Prozent).

Bei den Prins Ferries erhielt die Prinz Hamlet (Hamburg-Harwich) 55 Prozent, die Prinz Oberon (Bremerhaven-Harwich) 49 Prozent. Beide Schiffe wurden zwar wegen ihrer Sauberkeit und Effizienz im allgemeinen gelobt: „Aber dies kann nicht über die weder warme, freundliche Atmosphäre noch über das schlechte Essen hinwegtrösten.“

Überhaupt das Essen: Die Inspektoren fanden es meistens noch geschmackloser als in Zügen, Flugzeugen oder in Autobahnraststätten. Dafür könne nur schwer eine Entschuldigung vorgebracht werden: Platz für frische Rohprodukte und ihre Zubereitung sei schließlich reichlich vorhanden. Auch wird erwähnt, daß die Deutschen und Skandinavier kritischer seien als die Briten, die sich als „wahre Märtyrer“ mit einem erschreckend niedrigen Standard zufrieden gäben.

Zum Abschluß heißt es: „Befolgen Sie unseren Rat: Nehmen Sie Ihren eigenen Futterkorb mit. Es erspart Ihnen das Schlangestehen und hohe Preise für Minderwertiges.“ Julie Stewart