Es ist erst ein gutes Jahr her, und beinahe schon vergessen: Am 20. November 1979 erließ die Essener Amtsrichterin Jutta Kraußold auf Antrag der amerikanischen Bank Morgan Guaranty Trust eine Arrestanordnung auf die Beteiligung des iranischen Staates an der Fried. Krupp GmbH in Essen. Diese richterliche Aktion war Teil einer weltweiten Operation amerikanischer Unternehmen gegen iranisches. Eigentum nach der Geiselnahme in Teheran.

Der Arrest bei Krupp, dem ein Arrest bei der Deutschen Babcock AG folgte – auch hier ist Iran beteiligt – hatte bisher für das Unternehmen selbst keinerlei Folgen. Denn dieser Arrest besagt nicht mehr und nicht weniger, als daß Iran seine Beteiligung nicht verkaufen darf. Die gesperrte Beteiligung dient der Bank sozusagen als Faustpfand für ihre Forderung.

Die Perser beauftragten den Essener Rechtsanwalt Peter Heinemann – einen Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten –, gegen den Arrestbefehl Einspruch zu erheben. Das geschah prompt, zu einer schon angesetzten mündlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht kam es jedoch nicht. Die streitenden Parteien hatten sich auf eine Termin Verschiebung geeinigt.

Offenbar sind die Streithähne der Ansicht, daß der Arrest nach Freilassung der Geiseln sowieso gegenstandslos wird.

Heinz-Günter Kemmer