Den Massenmord, Auschwitz also, fruchtbar machen – auch für eine theologsiche Neubesinnung: Wie das klingt, wie das möglich ist?

Natürlich ist die Welt danach nicht anders, schon gar nicht besser geworden. Auschwitz, angenommen als Epochenbegriff, auch als Wendemarke politischen, menschlichen Handelns, hat kein neues, humanes Zeitalter eingeleitet: der Judenhaß wirkt fort, die Schergen foltern und morden wie ehedem, auch ganze Volksgruppen werden systematisch „ausgemordet“.

Bleiben, als Institutionen, die Kirchen, die ihre Lehren aus Mitschuld und Mitversäumnis ziehen. In diesem Sammelband, der Originaltexte zur Frage „Welche Theologie nach Auschwitz?“ samt Dokumenten der beiden Großkirchen enthält, ist davon viel die Rede – ohne schlanke, schnelle, handgreifliche oder handfeste Hinweise und Vorschläge. Der einen schweren, schwierigen Frage – wie muß man von da an von Gott sprechen? – läßt sich durch menschliche Antworten auch nur annähernd kaum beikommen. Mit schlüssiger Schlauheit, auch aus frommen oder gelehrtem Munde, ist da nicht zu rechnen. Wie sich eine solche kompakte, umfangreiche, gedanklich-vielseitige Veröffentlichung auch nicht „besprechen“ läßt. Daß sie wertvoll, ja wichtig ist für Kirchenmänner wie Laien muß als Hinweis genügen.

„Auschwitz als Herausforderung für Juden und Christen“; Verlag Lambert Schneider, Heidelberg 1980; 671 S., 22,– DM

D. ST.