Erstgeborene sind intelligenter als ihre jüngeren Geschwister. Das gilt –, statistisch betrachtet – seit langem als wissenschaftlich bestätigt. Und Psychologen haben längst die Erklärung dazu geliefert. Das erste Kind, so die beliebte These, genieße das noch ungebrochene Interesse der Eltern an seiner geistigen Entwicklung. Bei den späteren Nachkommen erlahme es jedoch zunehmend. John Dolby von der Emory-Universität in Atlanta (US-Staat-Geprgia). beschlichen Zweifel an dieser Theorie. Vielleicht, so mutmaßte er, ist die Statistik, die den Intelligenz-Vorteil der Erstgeborenen ausweist, von der Tatsache verfälscht worden, daß es die kulturell benachteiligten Familien sind, die besonders viele Kinder haben und darum die Statistik mit entsprechend vielen Nachgeborenen bereichern. Um diese Fehlerquelle zu umgehen, testete Dolby mehr als 3500 Kinder. Deren Intelligenzquotienten wurden aber nicht „in einen Topf geworfen“, sondern dienten nur dazu, jeweils die Rangfolgen innerhalb der einzelnen Familien zu ermitteln. Bei dieser Betrachtung stellte sich heraus; Daß Erstgeborene schlauer seien als ihre jüngeren Geschwister, ist ein Märchen, daß uns eine falsche Statistik erzählt hat. Und auch dies: Es gibt nichts, auf das sich nicht eine psychologische Theorie aufbauen ließe. V. G.