Nicht den Humor verlieren

Witzig wie immer kommentierte Kultusminister Werner Remmers die jüngsten Angriffe seiner Intimgegner, einer Uelzener Elterninitiative gegen die Orientierungsstufe für Fünft- und Sechstkläßler in Niedersachsen. „Wenn eine ahnungslose ‚Klosterfrau‘ zur Zerstäubung bildungspolitischen Parfüms mißbraucht wird, kann leicht eine unerfreuliche Geruchsbelästigung entstehen.“ Die Elterninitiative hatte Erfrischungstücher der Firma Klosterfrau – Original Kölnisch Wasser – auf der Rückseite mit einem Aufkleber versehen, der sich gegen des Ministers Schulpolitik richtet. „Stoppt Remmers! Stoppt Albrecht! Elterninitiative Uelzen für Klarheit und Frische in der Schulpolitik, gegen integrierte Orientierungsstufen!“, heißt es dort. Derart gepiesackt hat Remmers dann aber im zweiten Teil seines Kommentars den Humor verloren und der Initiative ganz unverhohlen gedroht, die Firma Klosterfrau könne von „solcher Art Werbung alles andere als begeistert sein und rechtliche Schritte einleiten“. Mensch, Remmers, nicht den Humor verlieren!

Saure Gurke ’80

„Frauen in den Medien“, eine Gruppe von rund 300 Mitarbeiterinnen in Presse, Funk und Fernsehen, hat immer reichlich Gelegenheit, ihre jährliche Auszeichnung für eine „hervorragende Leistung journalistischen Sachverstands“ an den Mann zu bringen. Der Glückliche war diesmal, Theo M. Loch, Chefredakteur des WDR. Er hat sich die „Saure Gurke“ redlich verdient mit der Sendung „Streitgespräch Paragraph 218“ – Moderation: Theo M. Loch, Redaktion: Johannes Kaul, Gesprächsteilnehmer: Josef Kardinal Ratzinger und Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel. Korrespondent die Frau druckt die Begründung ab: „Frei von aller bei diesem Thema zu befürchtenden weiblichen Emotionalität verhandelten die drei älteren Herren mit der gebotenen Distanz und Nüchternheit ein Thema, das 17 Millionen Frauen bewegt. Man hob sich von individualistischen, bürgerlichen Frauenrechtlerinnen‘ ab, verlor sich nicht in Frauenschicksalen, sondern diskutierte Dunkelziffern, Rechtsgüter, Amoralische Vorgänge‘. Selbstkritisch vermerkten die Herren der Sendung sogar, ‚daß hier besonders Frauen zu reden hätten‘. Für diese frauenfreundliche Veranstaltung – exemplarisch für die Behandlung von Frauenthemen in der bundesrepublikanischen Medienlandschaft – verleihen die Medienfrauen an Theo M. Loch und Johannes Kaul den Wanderpreis: ‚Saure Gurke ’80‘.“

Weltfriedenstag

Der Franziskanerpater Maximilian Kolbe war 47 Jahre alt, als er im August 1941 in Auschwitz freiwillig in den Tod ging. Die Deutschen hatten als „Strafe“ für die gelungene Flucht eines KZ-Gefangenen zehn: andere ausgewählt, die sie im sogenannten „Hungerbunker“ verhungern und verdursten lassen wollten. Als SS-Hauptsturmführer Karl Fritzsch sich die zehn Opfer ausgesucht hatte, trat Kolbe hervor (Fritzsch: „Was will das polnische Schwein?“) und bat darum, anstatt des vorgesehenen Polen Franciszek Gajowniczek, eines. Vaters von zwei Kindern, in den Tod gechickt zu werden. Der. Pater wurde am 14. August 1941 als letzter der zehn mit einer Phenolspritze ermordet. Papst Paul VI. sprach ihn dreißig Jahre später selig, und im Oktober 1973 gründeten katholische Verbände das „Maximilian-Kolbe-Werk deutscher Katholiken“. Dieses Versöhnungswerk hilft im Moment über 3000 KZ-Opfern und ihren Angehörigen regelmäßig finanziell, es schickt Medikamente und Hörgeräte nach Polen, bezahlt Sanatoriumsaufenthalte und Invalidenfahrstühle. Die deutschen Bischöfe haben für den 1. Januar, der als katholischer „Weltfriedenstag“ begangen wird, zur Kollekte für das Maximilian-Kolbe-Werk in Freiburg aufgerufen.