Handarbeit „gehört zur Vorbereitung der jungen Mädchen auf ihre künftige Rolle als Mutter und Hausfrau und ist „im Hinblick auf die naturgegebenen Wesensunterschiede der Geschlechter“ kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz.

Der bayerische Kultusminister Hans Maier zur Forderung zweier SPD-Abgeordneter, Handarbeit und Werkunterricht nicht „geschlechtsspezifisch“, sondern „interessenabhängig“ anzubieten.

DDR-Zensur gegen US-Autor

Die DDR-Kulturbürokratie, sich häufig ihrer Liberalität beim Gestalten der Verlagsprogramme rühmend, steht offenbar immer mal wieder vor der Entscheidung zwischen Frechheit und Dummheit. Bei einer Lizenzverhandlung mit dem Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch wegen der Übernahme von Bernard Malamuds Roman „Die Leben des William Dubin“ erklärte man sich zur Publikation nur bereit, wenn Autor und Verlag eine Amputation zuließen: Gegen Ende des Romans schreibt der Sohn des Helden an seine Eltern einen Brief aus Moskau, in dem er von Verstrickungen und Verfolgungen durch den sowjetischen KGB berichtet, für den er gearbeitet hat und der ihn nach Aufgabe dieser Tätigkeit zu Tode hetzt: „Menschen sind überflüssig in dieser Gesellschaft“, heißt es da bitter, „es ist, als wäre die eigene Person kaputtgegangen.“ Der DDR-Verlag, der einen amerikanischen Autor nun weder mit Schreibverbot belegen noch in die USA ausweisen kann, legte dem weltberühmten Schriftsteller allen Ernstes nahe, diesen Roman-Teil herauszuschneiden. Bernard Malamud antwortete mit einem einzigen Satz: „the book is the book and I’d be a pretty sad sack to suit the book to communis: needs!“

Romain Gary

In einem Sarg, bedeckt mit einer Fahne in den Farben Frankreichs, getragen von elf Fliegerpiloten, unter dem Klang von Fanfaren und Trommeln und der Marseillaise wurde der Widerstandskämpfer, Diplomat und Schriftsteller Romain Gary im Invaliden-Dom zu Grabe getragen. Romain Gary, 1914 in Wilna geboren, Verfasser von mehr als zwanzig Romanen, hatte sich etwa ein Jahr nach dem nie aufgeklärten Tod (Mord oder Selbstmord?) seiner ehemaligen Frau Jean Seberg umgebracht. „Die Antwort auf die Frage nach meinem Selbstmord kann man nicht besser formulieren als mit den letzten Worten meines letzten Romans“, schrieb er in einem Abschiedsbrief. In diesem Roman („Frauenlicht“) heißt es: „Er hat übrigens eine Frau einmal sehr geliebt, die ihn dann verlassen hat, und das sind Dinge, die, wie man so sagt, nicht spurlos an einem vorübergehen.“ Den unseriösen Skandalgeschichten, die über Romain Gary und Jean Seberg verbreitet wurden, zum Trotz, gab Frankreich seinem Schriftsteller das letzte Geleit. „Er hatte niemals andere Feinde als die Frankreichs“, hieß es an seinem Grab.

„Berlin Alexanderplatz“