Raunen um Koschnick

Es will nicht aufhören. In letzter Zeit muß sich der Bremer Regierungschef Hans Koschnick immer neuer „Spekulationen“ erwehren: Bleibt er nun oder geht er doch. Erst vor zwei Wochen hieß es, Koschnick denke daran, sich zu verändern. Jetzt wurde gerüchteweise gemeldet, der ehemalige Gewerkschaftssekretär solle. Nachfolger Vetters als DGB-Vorsitzender werden, der sich nächstes Jahr nicht zur Wiederwahl stellen will. Tatsächlich ist der „Hans Dampf in allen Gassen“, Koschnick, seit 13 Jahren Präsident des Bremer Senats. Tatsächlich spielte der heute 51jährige vor Jahren einmal mit dem Gedanken, Willy Brandts Nachfolger als SPD-Chef oder aber Botschafter in Warschau, wahlweise Tel Aviv zu werden. In Bonn war er von 1975 bis 1979 stellvertretender Bundesvorsitzender gewesen, zu Polen und Israel pflegt er seit vielen Jahren intensive Kontakte. Mag ihn auch bis 1983, der nächsten Landtagswahl, nichts aus Bremen fortdrängen, mag es auch in der Partei keinen Aufstand gegen ihn geben, schon wegen der Nachfolgerkalamitäten: Wenn Hans Koschnick noch einmal in ein anderes Rennen einsteigen will, um seine Karriere fortzusetzen, muß er sich allmählich sputen. Außer einem DGB-Vorsitz bleibt wenig, was ihm gewiß wäre.

Zehn Milliarden Verlust

Polizisten, Nachtwächter, Feuerwehrleute, Lehrer und Staatsbeamte stehen in den meisten westlichen Industriestaaten in einer langen Tradition, zweimal zu kassieren. Das behauptet eine vom Internationalen Arbeitsamt in Genf veröffentlichte Studie über „Schwarzarbeit: ein Problem unserer Zeit“. Die Schwarzarbeit nimmt der Untersuchung zufolge in den industrialisierten Marktwirtschaftsländern immer weiter zu. Die Studie beziffert den Verlust allein für die Bundesrepublik mit jährlich zehn Milliarden Mark. Zwei Millionen Bundesbürger kassieren doppelt. Nach Angaben des Internationalen Arbeitsamtes gibt es drei Gruppen: die in der Schwarzarbeit ihre einzige Einnahmequelle haben, die „Doppelverdiener“, die sich neben ihrer legalen Ganztagsbeschäftigung noch „ein paar Brötchen“ nebenher verdienen. Drittens hat sich in letzter Zeit noch die Gruppe der „Alternativen“ herausgebildet, meist junge Idealisten, die sich für einen neuen Lebensstil entschieden haben und es vorziehen, unregelmäßig und – wie die Studie glaubt festgestellt zu haben – oft illegal zu arbeiten.

Viel Ärger für Nancy

Die Reagan-Mannschaft hat ihr erstes Mitglied verloren. Einen Monat nach ihrem Amtsantritt kündigte jetzt die Pressesekretärin Nancy Reagans – weil die künftige First Lady ein paar Tage lang sehr unangenehme Schlagzeilen gemacht hatte: Erst wurde durch die Presse bekannt, daß Mrs. Reagan sich geärgert habe, weil ihr bei einem Rundgang durch die Privatgemächer des Weißen Hauses ein paar der vielen Zimmer nicht gezeigt worden seien (sie werden gelegentlich von den erwachsenen Kindern der Carters bewohnt und deshalb hatte Rosalynn Carter sie ihrer Nachfolgerin vorenthalten). Dann hatte Nancy Reagan vorgeschlagen, die Carter-Familie möge doch noch vor der offiziellen Wachablösung am 20. Januar aus dem Weißen Haus ziehen, damit ihr mehr Zeit für Renovierungsarbeiten bliebe. Schließlich hatte Nancy Reagan einem Reporter verraten, sie habe immer eine Pistole in ihrem Nachtschrank. Weil sie dieses Geheimnis drei Tage nach der Ermordung John Lennons preisgab, die eine erregte Debatte über die Registrierung von Handfeuerwaffen auslöste, mußte die energische Frau des künftigen Präsidenten heftige Kritik hinnehmen.