Der Winter hat begonnen, die neuen Sommerkataloge erscheinen, die Veranstalter ziehen Bilanz. Grund zur Freude haben sie nicht. Mehr schon die Pauschalurlauber – die Preissteigerungen für den Sommer ’81 halten sich in Grenzen.

Das Reisejahr endet betrüblich – mit zwei Pleiten. Der Frankfurter Fernreiseveranstalter Terramar und das Würzburger Busreiseunternehmen Klinger blieben auf der Strecke.

1980 lieferte allerdings auch den Großveranstaltern keinen Grund zum Jubel: Die Zeit des Gästezuwachses ist vorbei; man ist schon zufrieden, wenn der Rückgang nicht zu groß ist. Während die TUI mit einem leichten Minus davonkam, wobei es einzelne Märken, so zum Beispiel Touropa, auch deutlicher traf (sechs Prozent Gäste weniger), war für den zweitgrößten Veranstalter Neckermann + Reisen (NUR) das Ergebnis gar nicht zufriedenstellend: fast zehn Prozent Rückgang, über 110 000 Gäste weniger und ein Verlust in empfindlicher Größenordnung. Den gewaltigen Rückgang der Spanien- und den kräftigen Einbruch bei den Flugreisen konnten Zuwächse anderswo bei weitem nicht wettmachen. Neckermanns Rezept für den Sommer: gestraffte Angebote, zum Teil gemäßigte Preiserhöhungen.

Die nur dezenten Preissteigerungen sind das Interessanteste, am Sommer ’81. Die TUI bleibt im Flugzeugprogramm knapp unter der allgemeinen Preissteigerungsräte, bei NUR gilt dies vor allem für Spanien. Die Marge der ADAC-Reise, die 2,3 Prozent Teilnehmer verlor, liegt zwischen drei und neun Prozent.

Ganz bewußt mit billigem Urlaub werben ITS-Reisen (Kaufhof/Hertie), auch sie mußten mit einem Minus bei den Teilnehmerzahlen abschließen, allerdings einem geringen (1,6 Prozent, 7778 Gäste weniger). Auch hier brachte Spanien die Miesen. Parole für den Sommer: „Jeder dritte Gast reist billiger als im Vorjahr.“ Von fünf bis 319 Mark reichen die Preisnachlasse.

Dem Flugreisen-Minus stehen Steigerungsraten bei Bahn- und Autoreisen entgegen. Ganz zaghaft scheint sich auch der Bus vor-, zuschieben. Die TUI experimentiert mit einem Busprogramm, ITS arbeiten in diesem Sommer zum ersten Mal mit regionalen Busveranstaltern zusammen.

Daß der Neuling Jahn-Reisen in dem 1980 so veränderten Reisemarkt die erhofften Erfolge nicht erzielen konnte, ist weiter nicht verwunderlich. Ergo steckt er zurück und gibt sich mit Erreichtem zufrieden, mit 42 000 Teilnehmern (statt der erhofften 50 000) und 43,5 Millionen Mark Umsatz. Größer geworden ist das Angebot für 1981, bescheiden sind die Preissteigerungen: 2,5 Prozent für das Hauptzielgebiet Griechenland, Spanien bleibt preisstabil.

Ausblick für den Pauschalkunden: Ein relativ preisgünstiger Reisesommer steht an, sofern man im nächsten Jahr wieder nach Spanien fährt. put