„Inzwischen hat meine tägliche Kolumne im Tagesspiegel ihr Silbernes Jubiläum hinter sich“, schreibt Günter Matthes, Lokalchef des Berliner Tagesspiegel in seinem Vorwort zu „Berliner Spitzen Nr. 2“ (Verlag der Tagesspiegel, Berlin, 1980; 128 Seiten, 8 Mark). In dem kleinen Bändchen sind ein paar seiner vielen „Am Rande bemerkt“ abgedruckt und zeigen, daß das für den Tag Geschriebene den Tag überdauern kann. Man stelle sich vor: Jeden Tag, über 25 Jahre lang, eine Glosse zu schreiben, von ein paar Ferienwodien im Jahr abgesehen, nie unter sein Niveau gehen zu dürfen, nicht in provinzielles blabla zu verfallen, mit Nachdenklichem die Leser nachdenklich zu stimmen, mit Kritischem die Kommunalpolitiker auf Trab zu bringen – Tag für Tag – nur wenige Journalisten bringen das fertig, Wie der ehemalige Chefredakteur des Tagesspiegel, der weise Karl Silex, einmal sagte: Politische Leitartikel über die Lage im fernen Asien kann jeder schreiben, aber eine Lokalglosse zu verfassen, das vom Leser nachprüfbare Ereignis vor Ort in ein paar Zeilen zu pressen, verlangt mehr. Im folgenden eine Kostprobe von – thes: