Zum erstenmal seit Jahrzehnten steht der Jahresschluß bei den Kreditinstituten nicht im Zeichen neuer Spar-Prämienverträge. Deshalb versuchen Banken und Sparkassen, ihre Kundschaft mit „Sonderangeboten“ zu ködern.

Die jetzt abgeschafften staatlichen Sparprämien stellten nichts anderes als einen Zinszuschuß auf einen nach oben begrenzten Betrag dar. Damit ist es jetzt vorbei. Allerdings laufen sogenannte Ratenverträge noch aus. Um so wichtiger ist es, meine verehrten Leser, Ausschau nach hochverzinslichen Ersatzanlagen zu halten.

Das Angebot ist vielfältig, aber soweit es den Bereich der Sparzinsen angeht, wenig übersichtlich. Banken und Sparkassen warten mit sorgfältig „verpackten“ Sonderangeboten auf, die eigentlich nur darüber hinwegtäuschen sollen, daß für „normale“ Spareinlagen zu wenig geboten wird.

Als vor einiger Zeit der Kapitalmarktzins sank, auch ohne Diskontsenkung, wurde der Spareckzins zurückgenommen. Inzwischen hat der Kapitalmarktzins längst wieder seine alte Höhe erklommen, aber auf die Rückkehr des Spareckzinses auf den früheren Stand warten die Sparer vergeblich. Ein Thema, auf das auch die sonst so „kundenfreundlichen“ Sparkassen nicht gern angesprochen werden wollen. Das ist verständlich; denn über die ermäßigten Sparzinsen erweitern sie ihre gedrückte Zinsmarge.

Wer sein Geld gedankenlos auf einem Sparkonto mit gesetzlicher Kündigung läßt, bat selbst schuld. Die meisten Sparer sind indessen zinsbewußt geworden und bemühen sich um höhere Sätze. Längst nicht immer zur Freude der Kreditinstitute, deren Geldeinstandskosten auf diese Weise kräftig gestiegen sind.

Immer mehr Bank- und Sparkassenkunden gehen dazu über, ihre Ersparnisse den Kreditinstituten als „Termingeld“ zur Verfügung zu stellen. Die daraus gezahlten Zinsen sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Ihre Sätze können täglich schwanken, richten sich aber auch nach der Höhe der angebotenen Gelder. Wer Millionen zur Verfügung hat, bekommt mehr als der, der nur 10 000 Mark anbietet. Manche Banken lehnen kleinere Beträge sogar ab.

„Handeln“ kann man auch bei Spareinlagen, wenn sie den Kreditinstituten für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt werden. Ob eine Bank dann Spitzensätze bewilligt, hängt davon ab, wie es mit ihrer Liquidität bestellt ist.