Ganz zu Unrecht stößt eine gute Idee in der Öffentlichkeit häufig allein deshalb auf strikte Ablehnung, weil sie aus der vermeintlich „falschen Ecke“ kommt. Neuestes Beispiel: Bauernpräsident Freiherr Heereman will, daß die Landwirte in Zukunft kürzer treten bei ihren Einkäufen. Der Nährstand soll weniger Schlepper ordern, weniger Düngemittel und was sonst so auf dem Lande verbraucht wird.

Das häßliche Wort „Kaufboykott“ verstellt vielleicht den Blick, und Politiker, die darob schwach werden, könnten den wahren Wert dieser bäuerlichen Selbsthilfeaktion mindern. Doch genau besehen bietet sich hier überraschend eine reelle Chance für einen Neubeginn in der verfahrenen europäischen Agrarpolitik. Bestechend am Heereman-Einfall ist vor allem dieses: Die leidigen Agrarpreiserhöhungen könnte man fürs erste vergessen.

Denn Wenn die Landmänner weniger einkaufen, brauchen sie gar keine höheren Einkommen und ergo auch keine Zuschläge bei den Agrarpreisen. Die bisherigen Gewinne würden sicher reichen, zumal beim Östrogen ohnehin bereits beträchtliche Einsparungen ermöglicht wurden. Weniger ölsaufende freier bedeuten zudem eine Entlastung der defizitären deutschen Zahlungsbilanz, weniger Düngemittel ein Aufatmen für die geschändete Natur. Auch die kostspielige Überschußproduktion würde so eingedämmt – Heereman sei Dank! üth