Eine Reihe von Superlativen kennzeichnen einen Beruf im näturwissenschaftlich-technischen Bereich, den Metallographen: 70 Jahre jung, wenig bekannt, fast ausschließlich von Frauen ausgeübt, ausgezeichnete Berufsaussichten, gute Einkommenschancen.

Metallograph ist eine ungeschützte, ungenaue, aber gebräuchliche Bezeichnung für einen Beruf, der manchmal „Technischer Assistent für Metallographie und Werkstoffkunde“ oder auch „Werkstoffprüfer“ genannt wird.

Metallographie ist nach der derzeit gültigen Definition eine metallkundliche Untersuchungsmethode, die in der mikroskopischen Untersuchung des Stoffgefüges (Kristallaufbau) besteht und die Ergebnisse qualitativ und quantitativ beschreibt.

Der Arbeitsplatz des Metallographen befindet sich in den metallographischen Laboratorien etwa von Metallwerken. Dort ist er verantwortlich für die Feststellung von Fehlern, die beim Gießen, Schmieden, Walzen von Halbzeugen (Stangen, Bleche, Bänder) im Material entstehen können. Bei Automobil- und Haushaltgeräteherstellern, in Flugzeugwerken oder der Elektroindustrie prüft der Metallograph Stähle, Leichtmetalle, Kupferlegierungen, keramische Werkstoffe oder Kunststoffe auf ihre Eignung für die Verarbeitung.

Metallographen begutachten Schadensfälle an Maschinen und Bauteilen im Rahmen der Produkthaftung der Hersteller. Und Metallographen arbeiten an Universitäts- und anderen wissenschaftlichen Instituten.

Zu Beginn seiner Untersuchungen entnimmt der Metallograph eine Werkstoffprobe, stellt den sogenannten Schliff her, d. h. die Probe wird hochglanzpoliert, meist mit Hilfe von Automaten. Dann wird das Mikrogefüge des Stoffes mit dem Auflicht- oder mit dem Rasterelektronenmikroskop untersucht.

Technische Assistenten für Metallographie und Werkstoffkunde bildet die Technische Berufsfachschule des Lette-Vereins in Berlin aus. Ausbildungsdauer für Realschüler drei Jahre, für Abiturienten zwei Jahre, Kapazität 32 beziehungsweise 24 Plätze. Beginn August oder Februar. Gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.