Von Gunhild Freese

Mitten im ersten vorweihnachtlichen Einkaufstrubel kam die schlechte Nachricht. "Das Vertrauen der Verbraucher", so teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) mit, "in die künftige Wirtschaftsentwicklung in der Bundesrepublik ist weiter geschwunden."

Glaubten Ende letzten Jahres noch dreizehn Prozent der Bevölkerung, daß es wirtschaftlich wieder aufwärts gehe, so war jetzt der Kreis der Optimisten auf neun Prozent geschrumpft. Und auch der Ausblick auf kommende Zeiten erscheint den Bundesdeutschen alles andere als rosig. Von den nächsten fünf Jahren erwarten nur noch vierzehn Prozent etwas Gutes; vor Jahresfrist waren immerhin noch achtzehn Prozent optimistisch.

Dem heimischen Handel freilich der nach einem flauen Jahresverlauf besondere Hoffnungen auf das traditionell umsatzsärkste letzte Quartal des Jahres gesetzt hatte, sagten die Nürnberger Konsumforscher nichts Neues. Schon der erste verkaufsoffene Sonnabend war "ein Riesenreinfall", so das Branchenblatt Textilwirtschaft.

Zwar brachte dann der zweite Sonnabend, wenn auch vor allem den Warenhäusern, den erhofften Käuferansturm. Doch alles in allem hat "das Weihnachtsgeschäft die Erwartungen der Kaufleute nicht erfüllt", wie etwa die Fachverbände des Hamburger Einzelhandels verkündeten. Vorbei also die Zeiten, als noch im Konsumrausch geschwelgt wurde und der Slogan "Süßer die Kassen nie klingeln" Schlagzeilen machte.

"Das sogenannte zusätzliche Weihnachtsgeschäft", so Hubertus Tessar, Sprecher der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, "wird sein Klassenziel so gerade erreichen."

Ulf Kalkmann, Geschäftsführer der Hamburger Einzelhandelsverbände, glaubt auch die Gründe zu kennen: "Die allgemeine Kaufneigung der Konsumenten ist geringer als in den Vorjahren, weil die Menschen verunsichert sind durch die Krisenherde der Welt und damit rechnen, daß besonders die Energiekosten im kommenden Jahr weiter überproportional steigen werden."