Von Los Angeles nach New York

Die gute alte Marathon-Strecke (42,195 km) ist ihnen nicht mehr lang genug. Die Amerikaner planen nächstes Jahr einen Langstreckenlauf über die Distanz von 4600 Kilometern: die Entfernung von Los Angeles bis New York. Diese Strecke soll in Tagesetappen von jeweils 45 Meilen (72,4 Kilometer) zurückgelegt werden. Dem Sieger winken 250 000 Dollar, dem Zweiten 100 000 und dem Dritten 75 000 Dollar. Wer durchhält, bekommt 3500 Dollar, Die körperliche Belastung dieses Gewaltrennens sei nicht das Schlimmste, meinte der britische Ex-Europameister über 5000 Meter, Bruce Tulloh. Was peinigt, sei vielmehr die Langeweile auf den eintönigen Straßen. Bruce Tulloh muß es wissen: Er hält den Langstreckenrekord aus dem Jahr 1969. Damals war er 64 Tage, 21 Stunden und 50 Minuten unterwegs, wobei er täglich etwa 70 Kilometer lief.

Mütter und Töchter

Was amerikanische Frauen über Beruf, Familie und ihren Platz in der Gesellschaft denken, hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr verändert. Eine Studie von Wissenschaftlern an der Universität von Detroit belegt dies. 1962 noch fanden 66 Prozent der 1 000 befragten Frauen, daß wichtige Entscheidungen von ihren Männern getroffen werden sollten. Heute bestehen nur noch 28 Prozent darauf, die Last, allein den Männern aufzuhalsen. 64 Prozent (1962: 44 Prozent) plädieren dafür, daß sich Frauen auch außerhalb des Hauses, beispielsweise in der Politik, engagieren, und zwar nicht, erst, wenn die Kinder groß sind. Ein Dämpfer für die Fortschrittsgläubigen: Die Müttergeneration, die Pioniere der Frauenbewegung also, ist heute selbstbewußter, liberaler als ihre Töchter, die es weniger drängt, Entscheidungen zu treffen – also Verantwortung zu übernehmen. Haben die Söhne mehr von ihren Müttern gelernt? Immerhin besteht die Hälfte der befragten männlichen Teenager nicht darauf, später immer den Boß spielen zu wollen. Während Mutter im Beruf zunächst mal die Chance sieht, sich zu vervollkommnen, zu wachsen, denken ihre Kinder zuerst ans Geld. Und den Traum vom Eheglück und Kindersegen lassen sie sich durch eine häßliche Realität nicht kaputtmachen: Fast alle wollen heiraten und zwei, drei Babys kriegen.

Reitet für Deutschland

Ein kulturhistorisches Ereignis wurde kürzlich aus Ost-Berlin vermeldet: Der „alte Fritz“ reitet wieder Unter den Linden. Das Standbild Friedrichs des Großen steht nach 30 Jahren an seinem alten Standort. Und schon haben sich die Berliner (Ost) dazu einen bissigen Vers einfallen lassen:

Lieber Friedrich,