Noch ist es Spekulation, aber alles deutet darauf hin, daß im Dezember die magische Grenze von einer Million Arbeitslosen in der Bundesrepublik überschritten wird. Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, rechnet damit, daß in diesem Monat 110 000 Menschen mehr als im November bei den Arbeitsämtern als arbeitslos gemeldet sein werden. Trotzdem wird – entgegen der Unkenrufe verschiedener Wirtschaftsforscher zum Jahresanfang – die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 1980 bei rund 900 000 liegen und damit nur wenig höher als im Vorjahr.

Auf der anderen Seite waren zum Stichtag 31. März fast eine halbe Million mehr Arbeitnehmer – verglichen mit dem Vorjahr – sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Insgesamt zählte das Statistische Bundesamt knapp 21. Millionen Arbeitsplätze, was einer Zunahme von 2.2 Prozent entspricht. Erheblich aufgestockt haben die Dienstleistungsbranche und das Baugewerbe. Handel, verarbeitendes Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft blieben unter dem Durchschnitt.

Mehr Teilzeitarbeitsplätze fordert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und meint, damit eine der Zauberformeln gegen die Arbeitslosigkeit gefunden zu haben. Immerhin suchen heute 200 000 Frauen von insgesamt 208 000 Personen einen Teilzeitjob, und 1979 waren unter den insgesamt 1,9 Millionen Beschäftigten, die weniger als vierzig Stunden pro Woche arbeiteten, neunzig Prozent Frauen.

Seit langem bewährt hat sich gegen den drohenden Arbeitsplatzverlust im Baugewerbe der Winterbau, der in diesem Jahr von der Bundesanstalt für Arbeit mit 1,9 Milliarden Mark gefördert wird. Davon werden 936 Millionen für Schlechtwettergeld und 857 Millionen für Wintergeld direkt an Arbeitnehmer bezahlt.

ho