Die DDR leidet mit Springer

Die Stimme der DDR leidet mit Axel Springer. Der DDR-Sender zitierte aus Ben Witters Interview mit dem Hamburger Verleger in der ZEIT einige Passagen über dessen Verhältnis zur Bild-Zeitung. Der Kommentator meinte, die Chefredaktion Bild müsse wohl Springers Beschwerdebriefe alle in den Reißwolf geschickt haben, „diese menschlichen Briefe, verstockt in dem Entschluß verharrend, daß bei Springer Erlernte nie und nimmer vergessen Und Zweiter: „Der laut Urteil anderer BRD-Publizisten seine Leser ‚dumm wie Hühner, blutdürstig wie die Wölfe‘ machen wollte, fühlt sich bei solch tierischem Tun auf den Hund gekommen und leidet wie ein solcher.“ Zu Springers Klage: „Und wie oft leide ich, wenn ich morgens die Bild-Zeitung lese“, bemerkte der Sender: „... und liest sie dennoch als Held der Selbstüberwindung, liest nicht nur, mehr noch, gibt sie heraus tränenden Hundeauges, Tag für Tag immer dieselbe Qual.“

Europa per Satellit

Das Satellitenfernsehen wirft seine Schatten auf die politische Landschaft. Die Erwartung, daß Fernsehsendungen schon bald per Satellit weit über die Ländergrenzen hinweg ausgestrahlt werden können, provoziert unterschiedliche Reaktionen der Politiker. Im Europäischen Parlament brachte der SPD-Abgeordnete Wagner jetzt gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Sozialistischen Fraktion einen Antrag ein, der „wirksame Maßnahmen der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliederstaaten gegen eine Kommerzialisierung“ fordert, wie sie beispielsweise von Luxemburg mit grenzüberschreitenden Fernsehwerbesendungen geplant sei. Die Europa Union Deutschland hingegen möchte die Chancen des Satellitenfernsehens europäisch nützen. Sie forderte die deutschen Fernsehanstalten auf, gemeinsam mit anderen Sendern in EG-Ländern ein Europa-Fernseh-Programm zu entwickeln und das Satellitenfernsehen sowie andere Neuerungen auf dem elektronischen Sektor für den europäischen Einigungsprozeß einzusetzen.

Nuß im Tank

Brasilien – das vier Fünftel seiner Waren auf der Straße befördert – rückt nun auch dem Dieselproblem zu Leibe. Was (pflanzlicher) Alkohol für die Personenautos werden soll, könnten Pflanzenöle für den Dieselkraftstoff werden. Versuche mit Ölen der Erdnuß, der Sonnenblume und der Afrikanischen Palme sind erfolgreich verlaufen. Sie können dreißig Prozent des (importierten) Diesels ersetzen. Besonders aussichtsreich erscheint der Erdnußanbau: drei Ernten pro Jahr und Fruchtwechsel mit anderen Pflanzen, zum Beispiel Zuckerrohr (aus dem sich Alkohol gewinnen läßt). Änderungen am Motor sind nicht nötig.

Brüchige Einheit

Mit der Einigkeit und Einheit der „Organisation für Afrikanische Einheit“ (OAU) ist es nicht mehr so weit her. Siebzehn der 50 Staaten haben einem oder mehreren OAU-Mitgliedern die diplomatischen Beziehungen aufgekündigt, und zwar Algerien: Ägypten, Marokko. – Zentralafrikanische Republik: Libyen, Uganda. – Djibuti: Ägypten. – Ägypten: Algerien, Djibuti, Libyen, Marokko, Mauretanien, Tunesien. – Äthiopien: Marokko, Somalia. – Libyen: Zentralafrikanische Republik, Ägypten, Marokko, Senegal, Gambia, Ghana. Gabun. – Madagaskar: Komoren. – Marokko: Algerien, Ägypten, Äthiopien, Libyen. – Mauretanien: Ägypten. – Senegal: Libyen. – Uganda: Zentralafrikanische Republik. – Somalia: Äthiopien. – Tunesien: Ägypten. – Gambia: Libyen. – Ghana: Libyen. – Komoren: Madagaskar. – Gabun: Libyen.