Es hat zwar einige Zeit gedauert, aber langsam spricht es sich herum: Auf die Dauer können wir uns Defizite in der Zahlungsbilanz von weit über zwanzig Milliarden Mark jährlich nicht leisten. Ein paar Jahre lang können wir uns das Geld zur Bezahlung der Ölrechnung (vermutlich 68 Milliarden Mark 1981) und die Devisen für deutsche Touristen im Ausland (im letzten Jahr 37 Milliarden Mark) vielleicht noch beschaffen. Auf die Dauer können wir solche Ausgaben aber nicht auf Pump finanzieren. Und eine entsprechende Steigerung der Exporte ist wenig wahrscheinlich.

Forschungsminister Andreas von Bülow hat jetzt darauf hingewiesen, daß es zur Reduzierung der immensen Ölrechnung nur zwei Wege gibt: Öleinsparung und Nutzung der Atomenergie. Um wirklich Erfolge zu erzielen, müssen beide gleichzeitig beschritten werden.

Auch ohne daß gleich die Lichter ausgehen, bedeutet also ein Verzicht auf die Kernenergie, daß wir auf gewohnten Lebensstandard und Lebensqualität verzichten müssen. Denn Luxuspreise fürs Öl und Luxusreisen ins Ausland gleichzeitig sind auf die Dauer auf keinen Fall zu finanzieren. Wer keine Kernkraft will, sollte deshalb schon einmal überlegen, ob ihm die verregnete und überfüllte Nordseeküste lieber ist als das Mittelmeer.

mj.