Seicht

„Die blaue Lagune“ von Randal Kleiser, der sich nach dem Welterfolg von „Grease“ (mit John Travolta und Olivia Newton-John) auf konfektionierte Teenagerträume zu spezialisieren scheint. Auch der zweite Film des 33jährigen Absolventen der Filmabteilung der University of Southern California (Kommilitonen: George Lucas und John Milius) ist auf die Sehnsüchte großstädtischer Teenies maßgeschneidert: eine garantiert keimfreie Südsee-Robinsonade, in der zwei attraktive junge Menschen (Brooke Shields, bekannt aus Malles „Pretty Baby“, und der unwahrscheinlich blonde Christopher Atkins) das romantische Leben an einsamen Traumstränden und – in Maßen, versteht sich – auch die Liebe kennenlernen. Nach einem Schiffbruch um die Jahrhundertwende, bei dem außer ihnen nur noch der alte Schiffskoch (Leo McKern) überlebt (allerdings nicht lange), durchstreifen die beiden adretten Kinder das Eiland, das direkt aus einem Katalog für gehobene Fernreisen kopiert scheint. Nestor Almendros, der für Geld offenbar auch fast alles macht, bringt die Fauna und Flora dieser süßlichen Naturattrappe anmutig ins Bild. Bald kommen sich die beiden näher, was irgendwie auch zur Geburt eines Kindes führt, aber man braucht wirklich keine Angst zu haben, daß etwas Erotisches passiert. Am schönsten hat es der Hollywood Reporter ausgedrückt: „Geschmackvolle Nacktheit – bezaubernde Photographie.“

Hans C. Blumenberg

Empfehlenswerte Filme

„The Tempest“ von Derek Jarman. „Shining“ von Stanley Kubrick. „Kagemusha“ von Akira Kurosawa. „Atlantic City USA“ von Louis Malle. „Christus kam nur bis Eboli“ von Francesco Rosi. „Berlin Chamissoplatz“ von Rudolf Thome.