In den letzten drei Monaten des abgelaufenen Jahres gab es bei den Aktien größere Schwankungen als die Veränderung des Aktienindex ahnen läßt. Die Zwischenberichte der einzelnen Unternehmen machten deutlich, wohin bei ihnen die Reise 1981 gehen wird. In einigen Fällen, wurden bereits Dividendensenkungen beziehungsweise ein Totalausfall der Ausschüttung angekündigt. Das spiegelte sich dann auch in den Aktienkursen wider.

Die auf Basis der Ausschüttungen für 1979 errechneten Dividendenrenditen haben angesichts der sich abzeichnenden Veränderungen natürlich nur noch historischen Wert. Doch weiß man inzwischen auch, daß etliche Unternehmen für 1980 ihre Dividenden nicht verändern werden. Das gilt zum Beispiel für Bayer und Hoechst, bei denen die Gesamtrendite 10,1 beziehungsweise 9,6 Prozent beträgt. Aber was geschieht im Jahre 1981? Nach den vorliegenden Schätzungen des Düsseldorfer Bankhauses Trinkaus & Burkhardt dürften die Ergebnisse noch weiter zurückgehen und dann möglicherweise auch Spuren in der Dividendenausschüttung hinterlassen.

Wegen der differenzierten Zukunftsaussichten in den einzelnen Branchen und bei den Unternehmen hat das per 30. Dezember 1980 errechnete Kurs-/Gewinn-Verhältnis ebenfalls nur einen begrenzten Aussagewert. Immerhin zeigen, die Angaben, daß das Kurs-/Gewinn-Verhältnis längst nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Kursbildung ist, sondern daß es gewichtigere Dinge gibt, die kursbestimmend sind. Denn warum ist – legt man das Kurs-/Gewinn-Verhältnis zu Grunde – die VW-Aktie das billigste Papier unserer Zusammenstellung? Selbst wenn unterstellt wird, daß die Dividende für 1980 von zehn auf acht Mark gekürzt und möglicherweise das Ergebnis je Aktie 1981 von 40 auf 35 Mark sinken wird, bleibt die VW-Aktie niedrig bewertet. Das hängt sicherlich mit der Brandie zusammen. K. W.