„Mutter werden – Die Geschichte einer Verwandlung“, von Phyllis Chesler. Der amerikanische Titel ist genauer: „With Child“, denn darum geht es vor allem in dem Erfahrungsbericht der bekannten Feministin, die, schon Ende 30, erst lernen muß, mit ihrem Kinderwunsch und ihrem Kind zu leben. Wobei sie zweifellos privilegiert ist: Ihr Mann übernimmt fürs erste die Haus- und Baby-Arbeit, sie verdient das Geld, kann weiter arbeiten. In ihrem Tagebuch beschreibt sie alle Stationen – Ablehnung, Zweifel, Regression, Angst – vom Beginn der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag ihres Sohnes Ariel. Gelöst ist da fast nichts: Die Probleme und Ambivalenzen bleiben, die Überlastung, das Gefühl, keine gute Mutter zu sein. Das sind keine Mutterschaft propagierenden oder verklärenden Aufzeichnungen, sondern solche, die Mut machen können, weil sie beides zeigen: die Liebe und die Arbeit mit einem Kind. (Aus dem Amerikanischen von Helga Pfetsch; rororo neue frau 4655, Rowohlt Verlag, Reinbek, 1980; 206 S., 5,80 DM.) Manuela Reichart