Zu den vielen Regelungen der sozialen Sicherheit in unserem Land gehört auch die, daß jeder Betrieb mit mehr als 15 Arbeitnehmern sechs Prozent seiner Arbeitsplätze an Schwerbehinderte vergeben muß. Unternehmer, die sich dieser Pflicht entziehen, müssen dann für jeden nichtbeschäftigten Schwerbehinderten eine „Ausgleichsabgabe“ von hundert Mark zahlen.

Das ist, wie mancher vermuten mag, eine vernünftige Vorschrift. Das Dumme ist nur, daß sie nicht funktioniert. Immer mehr Unternehmen zahlen lieber, statt einen Schwerbehinderten einzustellen – das gilt auch für den Staat. Die Zahl der betroffenen Arbeitslosen steigt: Im November lag sie bei 70 900, nachdem sie im November 1978 noch 56 600 betragen hatte. Sie wird weiter steigen. Liegt es da nicht nahe, eine Erhöhung der erwähnten Ausgleichsabgabe zu fordern – wie jetzt das Bundesarbeitsministerium?

Vielleicht. Doch vielleicht wäre es noch besser, die Zahl der Schwerbehinderten zu senken. Das ginge so leicht wie ihre mutwillige Erhöhung durch das Schwerbehindertengesetz von 1974; es macht, außer dem wirklich Kranken, auch den „schwerbehindert“, der seine diversen Zipperlein clever genug zu addieren weiß – wie schön so viele.pl