Daß die bevorstehende Tarifrunde – wie Sparkassenpräsident Helmut Geiger jüngst formulierte – „mit großem Getöse“ über die Bühne gehen wird, wissen gleichermaßen Zuschauer wie Akteure des Spektakels. Seit Wochen schon proben die Hauptdarsteller ihren Part mit Eifer. Und sie beherrschen den Text inzwischen perfekt.

Da ist die Rede von „sozialer Verantwortung“ auf der einen, von der „Gefahr des Abschwungs“ auf der anderen Seite. Einig sind sich die Widersacher schließlich nur in einem, dem Appell an die Mitspieler, nun endlich Vernunft walten zu lassen. Einer der beiden Hauptdarsteller hat inzwischen einen richtigen Schritt in diese Richtung getan: IG-Metall-Chef Loderer brachte den tariflich abgesicherten Nachschlag ins Spiel.

Die ersten Akte des Schauspiels würden dann zu Beginn des Jahres geschrieben, der Epilog aber erst gegen Ende 1981. Auch Geiger hält solche Nachbesserung für opportun. Gewiß, der Aufwand für ein solches Spiel in Etappen ist groß. Doch angesichts des unsicheren gesamtwirtschaftlichen Ausgangs des Stückes mit dem Namen „Konjunktur“ wohl die einzig akzeptable Lösung für alle Beteiligten. Andernfalls bleibt, vor dem Hintergrund einer stärker als erwartet steigenden Inflationsrate, wie sie gerade jetzt wieder zu vermelden ist, das Happy-End im Schlußakt vermutlich aus. ms