Für die Liebe scheint er viel Sinn gehabt zu haben, mehr noch als sein Vater. Der hatte eines Tages vom Dach seines Palastes aus eine junge schöne Frau beim Baden beobachtet Da es die Frau eines bei ihm in Diensten stehenden Soldaten war, konnte er sie zu sich befehlen, um mit ihr zu schlafen. Sie gefiehl ihm so gut, daß er sie behalten wollte. Deswegen ließ er ihren Mann versetzen, und zwar in „den Streit, da er am härtesten ist, daß er erschlagen werde“. Nachdem das Erhoffte eingetreten war, heiratete er die Frau; sie wurde dann die Mutter jenes Sohnes, der sich für Frauen noch sehr viel mehr interessierte als der Vater.

Er nahm sich nicht nur eine, sondern viele Frauen, er hielt sich einen ganzen Harem. Und er dichtete (oder soll gedichtet haben): „Freunde, eßt und trinkt, / berauscht euch an der Liebe. / die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. / Ihre Gluten sind Feuergluten, / gewaltige Flammen. / Auch mächtige Wasser / können die Liebe nicht löschen; / auch Ströme schwemmen sie nicht weg...“

Daß dies nicht platonisch gemeint war, zeigen andere Verse: „Wie schön sind deine Schritte in den Sandalen, / du Edelgeborene. / Deiner Hüften Rund ist wie Geschmeide, / gefertigt von Künstlerhand. / Dein Schoß ist ein rundes Becken, / Würzwein mangle ihm nicht. / Dein Leib ist ein Weizenhügel, / mit Lilien umstellt. / Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, / wie die Zwillinge einer Gazelle. / ... Trauben am Weinstock seien mir deine Brüste, / Apfelduft sei der Duft deines Atems, / dein Mund köstlicher Wein, / der glatt in mich eingeht, / der Lippen und Zähne mir netzt...“

Daß er sich so viele Frauen leisten konnte (die ihm allerdings schließlich zum Verderben geworden sein sollen), war in seinem Reichtum begründet. Viel hatte er von seinem Vater geerbt, mehr hat er hinzugewonnen. Er war ein geschickter Diplomat, ein friedliebender Landesherr, der viel Geld für die Rüstung ausgab, was in seinem Fall hieß, für die Verteidigung. Er war ein großer Bauherr und ein cleverer Kaufmann, der an allem, was in seinem Lande gehandelt wurde, mitverdiente. Er war allerdings zugleich ein großer Verschwender. Vielleicht auch ein Sprüchemacher. Vielleicht gar ein Dichter.

Einen großen Teil seines Vermögens machte er als Waffenhändler. Er kaufte Streitwagen und verkaufte sie mit Gewinn. Nicht nur in die Geschichtsbücher ist er als Weiser eingegangen. Aber war er wirklich so weise? Am Ende bekriegten ihn auch jene, denen er Waffen verkauft hatte, und zwar mit Erfolg.

Wer war’s?