Die Künste. – Ein Thema, das nachweislich nur wenige Fachleute interessiert. Das ist auch der Grund, weshalb ich mit diesem Vortrag landauf landab mit minimalem Erfolg herumziehe. Aber ganz mag ich ihn doch nicht streichen, weil, sie sind wichtig, die Künste. Aber ich werde mich kurz fassen. Malerei, Musik, Bildhauerei, Tanz, Schauspiel, Literatur, Film, Architektur. Damit wäre im großen und ganzen alles gesagt.

Philip Arp,Münchner Schauspieler und Nonsens-Komiker, in seinem Buch „Keine Auskunft von Philip Arp“, erschienen im Verlag Habbel, Regensburg.

Bilder einer Sanierung

Nach einer langen Reise, die vor gut einem Jahr in Wuppertal begonnen und über Schweden und Norwegen weiter nach Berlin und Bergkamen geführt hat, ist eine ungewöhnliche Ausstellung jetzt an ihrer letzten Station angelangt: Vom 17. Januar bis zum 22. Februar sind die etwa hundertzwanzig Zeichnungen im Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen zu sehen. Gegenstand dieser „Bilder zur Sanierung“ ist die Wuppertaler Nordstadt, einer der vielen typischen, hastig gebauten Gründerzeit-Stadtteile, gezeichnet von acht Künstlern, die sich ausdrücklich nicht ins Abstrakte zurückgezogen haben, sondern sich an die gesehene und (weiter)gedachte Wirklichkeit halten: Straßen, Häuser, Wohnungen, Treppenflure, Fenster, Brandgiebel, Hinterhöfe, Bagger, Trümmer, Leere. Der Titel der Ausstellung behauptet mit Recht: „Nordstadt ist überall“, ihr fragmentarisches Portrait also übertragbar. Jedoch haben hier, wie im wohlfeilen Katalog (13,50 Mark) angemerkt, weder „Ästheten wieder die Reize des Morbiden für sich entdeckt“, noch predigen sie Erhaltung um jeden Preis. Die acht wollen mit ihren Zeichnungen eigentlich nur aufmerksam machen, Augen öffnen, Sinn und Sinne schärfen für solche alltäglichen Umwelten: damit derlei Viertel weder radikalen (Flächen-)Sanierern noch sentimentalen Konservatoren anheimfallen, sondern mit politischem, sozialem und ästhetischem Fingerspitzengefühl erneuert, aber erhalten oder: erhalten; aber erneuert werden.

Teilweise nicht der Fall

Wir alle erinnern uns, wenn auch sehr ungern, an jene Fernsehsendungen in der Wahlkampfzeit, in denen Reporter Fragen stellen wie: „Finden Sie nicht auch, Herr Bundeskanzler, daß das Problem der Staatsverschuldung sehr übertrieben wird?“ Als Jürgen Lodemann im Literaturmagazin des Südwestfunks einige Schriftsteller, die Strauß nicht möchten, zu Wort kommen lassen wollte, gab es allergrößte Aufregung, die Sendung wurde abgesetzt. Die freie Meinungsäußerung mochten die Fernsehoberen damals nicht so gern. Was übrigblieb, war Langeweile. Das hat jetzt auch der Rundfunkrat des Süddeutschen Rundfunks gemerkt. Im Rückblick auf die Wahlkampfzeit forderte er die Journalisten auf, ihre Informationspflicht „uneingeschränkt und unerschrocken“ zu erfüllen. Dies sei, so stellte der Rundfunkrat einstimmig fest, in den Sendungen zum Wahlkampf „teilweise nicht der Fall“ gewesen. – Muß das ein freies Land sein, in dem die Oberen die Unteren auffordern, kritischer zu sein!

Journalistenpoesie: Deutsch, danke