Polen hofft auf Öl

Einen Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage erhoffen sich Behörden und Bevölkerung in Polen von neuentdeckten Ölreserven. Schon in den Wochen vor Weihnachten waren brennende Ölquellen in der Nähe von Köslin von den Massenmedien und selbst von Politikern als ein gutes Omen gefeiert worden. Jetzt haben polnische Experten festgestellt, daß das neuentdeckte Öl im Gebiet von Karlino in Nordpolen von besonders hoher Qualität ist und nahezu keinen Schwefel enthält. Die Proben waren am vergangenen Wochenende in einer Tiefe von rund 2800 Metern entnommen worden.

Operation Opus

Ein Erbe der Franco-Zeit ist das tiefe Mißtrauen, mit dem die Spanier das katholische Opus Dei betrachten. Die Laien-Organisation galt und gilt wieder als Hort eines konservativen und nationalen Katholizismus, der sich jeder politischen Öffnung widersetzt. In einer Aufsehen erregenden Erklärung hat der Madrider Erzbischof Kardinal Enrique y Taracon deshalb versichert, der vom Vatikan benannte neue Nuntius in Spanien habe keine Verbindung zum Opus, dessen Einfluß weithin überschätzt werde. Die katholische Kirche Spaniens sei nicht auf Bundesgenossen angewiesen, um ihre Abneigung gegen bestimmte Gesetze – zum Beispiel Scheidung – auszudrücken.

Venezuelas Asylanten

Wenn du arm bist, wirst du früher aus dem Gastland hinausgeworfen. So auch in Venezuela, so auch rund 200 000 Kolumbianer. Sie werden jetzt aus dem ölreichen Südamerika-Refugium deportiert. Arme, arbeitslose Kolumbianer waren zu Hunderttausenden in das Nachbarland geströmt, wo die Löhne bis zu fünfmal höher sind. Doch die venezuelanischen Gewerkschaften protestierten bald: Die Kolumbianer verderben uns die Tarife und sind für unsere eigene Arbeitslosigkeit verantwortlich. Auch die Polizei blieb nicht maulfaul: Durch die „Gastarbeiter“ sei die Kriminalität emporgeschnellt.

Ceausescu – ohnegleichen

Unter der Überschrift „Genosse Nicolae Ceausescu nimmt die Glückwünsche der Jugend, des Landes entgegen“ veröffentlichten die rumänischen Zeitungen unter anderen folgende Passage: „10.00 Uhr. Der Alphörner langanhaltendes und lautes Blasen, deren letzte Klänge von Flöten aufgefangen und wie ein Echo weitergeleitet werden, und die Freudenrufe... eröffnen den schönen Urväterbrauch zur Begrüßung des neuen Jahres. Eingebungsvolle Verse ... verleihen der grenzenlosen Dankbarkeit Stimme, die die Jugend aller Landesteile Rumäniens, die das ganze Volk dem Genossen Nicolae Ceausescu, dem geliebten Führer der rumänischen Nation, entgegenbringt, dessen revolutionäre Tätigkeit an der Spitze der Partei und des Staates Rumänien eine Epoche eröffnet hat, die ohnegleichen dasteht in seiner jahrtausendealten Geschichte... Mit ihren hellen Stimmen und mit einer Freude, die aus reinem Herzen kommt, vermitteln sie in bewegenden Versen ihren Dank für ihre sorgenlose und freudenreiche Kindheit.“