DIE ZEIT

Begin am Ende

In Jerusalem stehen die Zeichen auf Veränderung: Im Mai, spätestens im Juni wählen die Israelis eine neue Regierung. Sie wird mit Gewißheit nicht von Menachem Begin angeführt werden.

Menetekel in Berlin

So atemberaubend, wie es sich in seiner Werbung anpreist, ist Berlin im Politischen allemal. Seit den prähistorischen Zeiten der ersten Nachkriegsjahre hat sich noch nie eine Landesregierung zu einer solchen Kahlschlag-Sanierung genötigt gesehen wie die Berliner Koalition in der vergangenen Woche; die Bezeichnung Regierungsumbildung ist für diese Operation eine glatte Beschönigung.

Ende der Schonzeit?

Zum erstenmal seit unvordenklicher Zeit betrat bei einer der jährlichen Tagungen des Deutschen Beamtenbundes ein Gespenst die Bühne – der Geist des Reichskanzlers Heinrich Brüning.

Neuwahlen im August?

Einen "Test zu einer Form von lebendiger Mitbestimmung" nennt Oppositionsführer Richard von Weizsäcker den von der Berliner CDU gewünschten Volksentscheid.

"Seine Führungsfähigkeit erlahmte"

Das öffentliche Urteil über die Vorgänge in der Berliner Senatskoalition war in der Bundesrepublik und in Berlin in fast bestürzender Weise einhellig: Dem örtlichen Modell der sozial-liberalen Koalition, vor allem aber der SPD als der stärksten Regierungspartei werden Handlungsfähigkeit zum Wohle der Stadt und die Kraft zur Erneuerung abgesprochen.

Wolfgang Ebert: TV-Moral

Pürschls Uwe ist gerade 12 geworden, und seine Eltern machen sich um ihn Sorgen. Nein, um Sex oder Drogen handelt es sich noch nicht.

Rote Brigaden: "Sie haben Angst vor unseren Kugeln"

Bleich in die Kamera starrend, tapfer und verzweifelt zugleich, sprach das Mädchen den ungeheuerlichen Text: "Auf Grund seiner Verbrechen und der Politik, deren Ausdruck sie sind, ist der Henker D’Urso zu Recht zum Tode verurteilt.

Wer wird Ghaddafis nächstes Opfer?

Noch vor einem Monat hatte sich die Organisation für Afrikanische Einheit, die OAU, zu einer Verurteilung ihres Mitgliedsstaates Libyen nicht aufraffen können.

Mit dem Rücken zur Marmor-Wand

Das Bild trog; es war zu schön: Für ein paar Stunden hatte der steife Wind aus dem Norden den Montblanc von den Wolken freigeblasen, die ihn sonst fast immer verhüllen.

BILD-Urteil: Harte Mahnung

Verschweigen konnte die Redaktion der Bild-Zeitung wohl Rügen des Deutschen Presserats, nicht aber das Urteil des Frankfurter Landgerichts.

Koordination der Dienste: Erster Anlauf

Von Eleganz im Verfahren kann keine Rede sein; denn nach viel Lärm bleibt alles wie es ist: Klaus Kinkel, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, der seinen guten Ruf auch in Pullach nicht verloren hat, wird vermutlich nicht Koordinator der Nachrichtendienste im Kanzleramt.

Israel: Begin wirft das Handtuch

In Israel zeichnet sich ein Regierungswechsel ab. Nach der schwersten Kabinettskrise seiner Amtszeit will Ministerpräsident Begin vorzeitig Neuwahlen ausschreiben.

El Salvador: Letzter Angriff?

Für Dienstag hatte der Rebel-, lensender zum Generalstreik aufgerufen, dem sich aber nur die Hälfte aller Betriebe anschloß.

DOKUMENTE ZUR ZEIT: Wir brauchen Beständigkeit

Gegenüber unseren Alliierten in Europa habe ich mehr als einmal betont, daß ihre künstlich gezogenen Aktionsgrenzen – die sie sich in weniger schwierigen Zeiten auferlegt haben – heute für die Formulierung und Ausführung einer gemeinsamen Politik bedeutungslos geworden sind.

Schmidts beschwipste Fliegen

Helmut Schmidt steht bekanntlich nicht gern untätig herum, erst recht nicht im zweiten Glied. Die Konsequenz daraus heißt: Erstmals hat er sich offen entschlossen, an dem traditionellen Neujahrsempfang des Bundespräsidenten in der Godesberger Redoute nicht teilzunehmen.

Polen: Keine Kraftprobe

Ehe Arbeiterführer Lech Walesa nach Italien abreiste, erlebte Polen die ersten sozialpolitischen Auseinandersetzungen im neuen Jahr.

Zimbabwe: Kampf um Macht

In Zimbabwe, dem früheren Rhodesien, ist es zu einer schweren Regierungskrise gekommen. Regierungschef Mugabe hat seinen Gegenspieler Nkomo und seinen heftigsten linken Kritiker Tekere aus ihren Ämtern entfernt.

Das Wallenberg-Rätsel

Auf der Suche nach einem Helden des Holocaust, der vor 35 Jahren im "Archipel Gulag" verschwand

"Die Lebenden beneiden die Toten"

Das Lagerkrankenhaus ist eine ziemlich merkwürdige Einrichtung. Sie hat den Sinn, die Grausamkeit des KGB mit der Berufspflicht der Ärzte zu vereinen.

Fortwirkende Jahre

Jahre unseres Lebens nennt der Fernsehjournalist Dieter Franck jene Nachkriegsjahre, die für immer weniger Bürger der Bundesrepublik tatsächlich Jahre ihres Lebens sind.

Marine: Was ist los auf See?

Über "Niedergang und Neubeginn in der Passagierschiffahrt" berichtet Horst Willner, Vorstandsmitglied bei Hapag/Lloyd. Erhard Hynitzsch, Geschäftsführer des Deutschen Nautischen Vereins, vorher Kapitän großer Containerfrachter, setzt sich mit dem "Schiff der Zukunft" und allzu rigoroser Personalrationalisierung auseinander.

Datenschutz: Bank verweigert Auskunft: Bei Nachfrage Rausschmiß

Jeder Bürger unseres Landes hat das vom Bundesdatenschutz verbriefte Recht, bei jeder Stelle, an der personenbezogene Daten gesammelt werden, um Auskunft zu ersuchen, ob über ihn solche Daten dort gespeichert sind, wenn ja, welche und an wen sie oder einige von ihnen gelegentlich weitergegeben werden.

Der Fall Dieter Zlof: Noch ein Mammutprozeß?: Eine letzte Chance

Dieter Zlof gibt der Justiz wieder harte Nüsse zu knacken. Während beamtete Juristen gerade den Revisionsantrag überprüfen, mit dem die Anwälte des als Oetker-Entführer verurteilten Autohändlers den Indizienprozeß neu aufrollen wollen, liegt dieser in steter Fehde mit Gefängnisverwaltung und Staatsanwaltschaft.

Klage gegen Sperrbezirke: Lustwandeln an der Isar

Eigentlich hatten es mit der flotten Birgit alle gut gemeint. Die Beamten, die sie fürsorglich vor dem Eiswind am winterlichen Gehsteig bewahren wollten, die strengen Jugendschützer, die das wehrlose Wesen vor frechen Sprüchen vorlauter Buben schützen und die netten Polizisten, die Birgit mit ihren roten Haaren und der flotten Kundschaft lieber im Nachbarrevier unterbringen wollten.

Subventionen für Kittners Kabarett: Linkes Theater

Dietrich Kittners "Theater an der Bult", seit 1974 Hannovers einziges politisches Kabarett, ist allabendlich ausverkauft. Trotzdem kann es – ebenso wie andere private und staatliche Theater – nicht kostendeckend arbeiten.

Nur Mut, Mr. President!

Geht mit der Amtsübernahme von Ronald Reagan in den Vereinigten Staaten die Zeit des wirtschaftspolitischen Durchwurstelns zu Ende? Beginnt vielleicht sogar mit ihm eine neue Ära der Wirtschaftspolitik? Solche Fragen lassen sich heute noch nicht beantworten.

Auftakt mit Blitz und Donner

Als Franklin D. Roosevelt 1933 auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise Präsident der USA wurde, leitete er die Wende durch seine Wirtschaftspolitik des New Deal ein.

Arbeitslose: Die "echten" und die "unechten"

Steigende Arbeitslosenzahlen sind den regierenden Politikern unbequem, das ist verständlich. Mit schöner Regelmäßigkeit werden – im Auf und Ab der Arbeitslosenzahlen – dann auch Stimmen laut, die eine Änderung der Statistik der Arbeitslosen fordern, man wünscht eine schärfere Trennung der "echten" von den "unechten" Arbeitslosen.

Commerzbank: Zu neuen Ufern

Der alte und neue Sprecher der Commerzbank, Paul Lichtenberg, will innerhalb kurzer Zeit die verlorengegangene Rentabilität seines Hauses zurückgewinnen.

Kernkraft: Wenn schon...

Die Diskussion um die Kernkraft gerät mehr und mehr in eine Sackgasse. Befürworter und Gegner haben sich in Positionen verrannt, die unvereinbar scheinen.

ZEIT spart Geld

Für einjährige Titel (Finanzierungsschätze) wird zur Zeit eine Rendite von 8,40 Prozent geboten. Für zweijährige Titel (Finanzierungsschätze) gibt es 8,79 Prozent.

Gute Nerven erforderlich

So lange keine Klarheit über den wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs des neuen amerikanischen Präsidenten herrscht, brauchen die Börsianer in aller Welt gute Nerven.

Kein Einheitsbrei

Gemessen am Rückgang des deutschen Aktienindex um etwa 4,5 Prozent, haben die überwiegend in deutschen Aktien anlegenden Investment-Fonds 1980 gut gewirtschaftet Ein Rückgang der Rücknahmepreise konnte (unter Berücksichtigung der Jahresausschüttungen bis auf eine Ausnahme vermieden werden.

Garantie nicht möglich

Es ist der harte Kern unserer Überlegungen, daß wir mit den am Produktivitätszuwachs orientierten Lohnerhöhungen in wesentlichem Umfang Einfluß nehmen können auf die Preisentwicklung im Jahre 1981.

Zeitraffer

Jetzt ist es amtlich: Im zweiten Halbjahr 1980 stieg das deutsche Bruttosozialprodukt – die gesamtwirtschaftliche Leistung also – real nur noch um 0,2 Prozent, verglichen mit dem zweiten Halbjahr 1979, meldet das Statistische Bundesamt Wiesbaden.

Devisenseller

Nicht die Gerüchte, die amerikanischen Banken bereiteten sich auf die Freigabe der blockierten Iran-Guthaben vor, sondern die Spekulationen über eine mögliche Freilassung der amerikanischen Geiseln haben sich auf den Dollarkurs ausgewirkt, und daher kletterte der Dollar wieder an den Devisenbörsen.

Manager und Märkte

Bei der vorgesehenen Sanierung der verlustreichen AEG-Tochter Olympia-Werke AG mit Sitz in Wilhelmshaven kommt einer Politikerin eine Schlüsselstellung zu, die gemeinhin eher für Härte gegenüber Hilfeersuchen aus Unternehmen plädiert hat: der niedersächsischen Wirtschaftsministerin Birgit Breuel.

Konjunktur für Unverzagte

Der Graf fiel nicht vom Glauben ab. Zwar, so befand Wirtschaftsminister Lambsdorff noch Anfang Dezember angesichts sich ausbreitender Trübsal in der bundesdeutschen Wirtschaft, werde "das nächste Jahr nicht leicht werden"; aber dennoch gebe es "keinen Grund zum Pessimismus".

Strompreise: Zur falschen Zeit geglänzt

Im bayerischen Wirtschaftsministerium fällt noch in diesem Monat eine Entscheidung, die einem der ertragsstärksten Unternehmen des weiß-blauen Freistaats nicht weniger als jährlich 100 Millionen Mark in die Kasse spülen soll, wenn es nach den Vorstellungen des Vorstandes geht.

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