Wirtschaft

Das Geheimnis der Giganten

Spätestens seit Hern Siegeszug der japanischen Autobauer grassiert in Europa eine Epidemie: Manager, Gewerkschafter und Politiker suchen fieberhaft nach der Erfolgsrezeptur der fernöstlichen Wirtschaftsmächt.

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DIE ZEIT

Sanfte und grobe Gewalt

Dem Wörterbuch des Unmenschen sind in der Bundesrepublik zwei neue Vokabeln zugewachsen: "Entkernung" und "Entmietung". Sie meinen die bürokratisch verordnete oder privatkapitalistisch organisierte Zerstörung menschlichen Wohn- und Lebensraumes, das Vernichten des gewachsenen Sozialgefüges in den ärmeren Vierteln unserer Großstädte – in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Nürnberg und anderswo.

Deutsche Einheit - ein langer Seufzer?

Die Politiker in Bonn lamentieren gern, daß ihnen die tägliche Fron keine Zeit zum Nachdenken lasse. Anscheinend reicht es auch zum Lesen nicht mehr.

Stahl in der Stimme

Mit unterschiedlichen Härtegraden hat Moskau auf die Wortkanonaden aus Washington reagiert. Außenminister Haig, der den Sowjets die Unterstützung des weltweiten Terrorismus angekreidet hatte, bekam den ganzen Zorn des Kreml zu spüren.

Aussteiger in Bonn

Wie sich die Bilder gleichen. In den Vereinigten Staaten, in England und bei uns erreichen die Arbeitslosenzahlen ständig neue Rekordhöhen, liegt die Produktion der Industrie darnieder, läßt sich die Inflation trotz hoher Zinsen nicht bezwingen, wird die Verschuldung des Staates in atemberaubende Höhen geschraubt.

Zeitspiegel

Der Kronprinz auf der Warteliste beunruhigt die Briten. Falls auch Charles selber sich Sorgen über seine Zukunft machen sollte, kann er auf Trost und Erleuchtung hoffen: Eine britische Sonntagszeitung hat ihre Leser aufgefordert, dem Prinzen bei der Arbeitssuche zu helfen.

Worte der Woche

"Die achtziger Jahre werden nicht im Zeichen eines immer dichteren Netzes stehen, sondern sie müssen im Zeichen der Anstrengung stehen, dafür zu sorgen, daß nicht allzu viele Menschen allzu früh in dieses Netz fallen.

Krawalle in Berlin: "Wir haben jeden Vogel abgeschossen"

Die Glaser haben Hochkonjunktur in Berlin. Nacht für Nacht klirren die Scheiben von Banken, Sparkassen, Kaufhäusern und Fikatapultierten Selbst das Panzerglas von Juwelieren hält den geworfenen Pflastersteinen oder katapultierten Sechskantmuttern nicht stand.

Krach in Bonn: Ein Linker ohne Takt und Zweifel

Die ziemlich einzige positive Seite an der Affäre um den Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Hansen, die seit der vergangenen Woche die SPD aufwühlt, hat ausgerechnet der Vorsitzende des Parteibezirks herausgefunden, dem das SPD-Präsidium und der nordrhein-westfälische Landesvorstand jetzt den Fall zur endgültigen Behandlung auf den Tisch gelegt haben.

Professor Löwenthal hat über die Jahre immer wieder große Analysen für die ZEIT geschrieben. Er eröffnet mit seinem Aufsatz eine Serie über die außenpolitischen Horizonte der achtziger Jahre.: Das gestörte Ost-West-Gleichgewicht

Innerhalb wie außerhalb des Westens sind sich die Sachkenner darüber einig, daß der Beginn der achtziger Jahre eine akute Verschärfung des Ost-West-Konflikts gebracht hat, in der sich der Westen in einer Situation relativer Schwäche befindet.

Egon Bahr:: Gegen die Pharisäer

Lieber Günter Gaus, ich habe das Interview gelesen und finde es hervorragend. Wenn der Begriff nicht als politische Waschmittelwerbung verbraucht wäre, hätte es pathetisch auch die Überschrift bekommen können: Aus Liebe zu Deutschland.

Härte Töne der neuen Administration: Kreml am Pranger

Eine Dame in knapp sitzender Uniform versagte Moskaus Botschafter in Washington, Anatol Dobrynin, auf höchste Weisung alte Privilegien: Seine schwarze Limousine darf fortan nicht mehr in der Park-Garage des State Departments parken, als wäre sie eine US-Staatskarosse.

Südamerika: Krieg um Öl

Wer mit den Kämpfen an der gemeinsamen Grenze im Südosten Ecuadors begonnen hat, ist umstritten; die Kontrahenten beschuldigen sich gegenseitig.

Spanien: Suárez streckt die Waffen

Selten hat der Rücktritt eines Regierungschefs und Parteivorsitzenden so viele Rätsel aufgegeben. Als sich in der vergangenen Woche die Gerüchte verdichteten, Adolfo Suárez werde demissionieren, schossen wilde Spekulationen ins Kraut Hatten hochgestellte Militärs diesen Rücktritt erzwungen, mit dem selbst enge Freunde nicht gerechnet hatten? War König Juan Carlos, spanisches Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee, den Einflüsterungen von vier Befehlshabern endlich erlegen? Es illustriert die Labilität der spanischen Demokratie, daß sich im Schreck über die Rücktrittsmeldung aus dem Moncloa-Palast die Angst vor einem Eingriff der Militärs artikulierte.

Amerika: Klare Richtlinien

Welche Dringlichkeitsstufe werden die Beziehungen der USA zur Dritten Welt in Zukunft bekommen?" Der Präsident der Vollversammlung, der deutsche UN-Botschafter Rüdiger von Wechmar, hatte diese Frage vor der New Yorker Handelskammer kaum gestellt, da enthüllte in Washington eine gezielte Indiskretion, daß der Budget-Direktor der Regierung Reagan, David Stockman, die amerikanische Auslandshilfe im Finanzjahr 1982 von 16 Milliarden Mark um ein Drittel auf elf Milliarden kürzen wolle.

Polen: Zum Kompromiß durchgerungen

Nach wochenlangem Taktieren, und massiven Drohungen haben sich die polnische Gewerkschaft Solidarität und die Regierung in der Arbeitszeitfrage zu einem Kompromiß, durchgerungen.

Helfer aus fremden Gefilden

Das politische Umfeld der Bonner Koalition sieht düsterer aus denn je, immerhin klingen die Nachrichten über ihr Innenleben wieder etwas freundlicher.

Die Strategie der Opposition: Die Union und ihre Liberalen

War Strauß an der Wahlniederlage der Union alleine schuld? Der Kieler Staatsrechtler Wilhelm A. Kewenig meint, die Christlichen Demokraten können die nächsten Wahlen nur über die Wechselwähler gewinnen: Die Liberalen müssen an die Front.

Die Opposition im Bundestag: Schielen nach der Macht

Nicht "Erbsenzählerei", sondern grundsätzliche Auseinandersetzungen mit der Regierungspolitik, so hatte es Helmut Kohl gewollt, sollten die Oppositionsbeiträge zur Haushaltsdebatte des Bundestages bestimmen.

Reichstagsbrand: Ungewöhnlicher Mensch

Ein Berliner Gericht hat jüngst versucht, die Ehre des holländischen Reichstagsbrandstifters van der Lübbe, der im Dritten Reich einem Justizmord zum Opfer fiel, durch einen Freispruch wiederherzustellen.

Hinweise

"Politisch-Pädagogisches Handwörterbuch herausgegeben von Peter Gutjahr-Löser und Klaus Hornung. Die Opposition im bayerischen Landtag mag noch so oft Gleichberechtigung fordern: Stricken und häkeln dürfen in den Grundschulen des weißblauen Freistaates normalerweise bloß die Mädchen, und im Werkunterricht hämmern oder feilen weiterhin allein die Buben.

Radio Pflasterstein: Revolutionäres auf UKW

Für seine Kollegen von der Lokalpresse ist Göttingens Piratensender Radio Pflasterstein schon lange enttarnt. Es handle sich dabei, so wurde in der Silvesterausgabe des Göttinger Tageblatts gemutmaßt, um einen bislang geheimen Versuch der Landesregierung, "die Chancen privaten Rundfunks im südniedersächsischen Raum zu testen".

Bonner Alltag

Hinter dem kahlen Nußbaum donnert der TEE 37. Passanten wittern Herbstlaub und das Zementwerk. Gerüstet werden die winterlichen Webstühle für das Budget; Millionen und Ministerialdirigenten flitzen wie Weberschiffchen.

Radikalenerlaß – in Fortsetzung: Kein Kind für Kommunisten

Eine neue Variante der Handhabung des Radikalenerlasses wurde im niederrheinischen Kleve exerziert. Erst wurde der 32jährige Sonderschullehrer Uwe Hüttmann aus den Schuldiensten entlassen, weil er "die verfassungsfeindlichen Ziele der DKP vertritt" (Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf), dann durften der DKP-Mann und seine 29jährige holländische Ehefrau Bernadette Ronnes kein Pflegekind annehmen, weil dessen "leibliches und seelisches Wohl" damit nicht gewährleistet sei.

Stromgeld-Boykott: Ein Hauch von Exotik

Seit Monaten streiten sich die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) und 170 Stromgeldboykotteure. Vorläufiger Höhepunkt in dem mit ungleichen Waffen ausgetragenen Kampf um Licht und Finsternis waren ein Stromstopp der VEW und die Ablehnung dreier einstweiliger Verfügungen gegen diese Maßnahme durch das Dortmunder Amtsgericht.

Berlin – Stadt der Rekorde

Arm, überaltert, von Kriminalität geplagt, oder kulturbeflissen, wald- und wasserreich, mit der größten Medienvielfalt der deutschen Großstädte und den längsten U-Bahnstrecken? Nimmt man die Rekorde, kann jeder sich sein eigenes Berlin-Bild malen.

Immer öfter dulden staatliche Stellen illegale Hausbesetzungen. Doch die Ausnahme darf nicht zur Regel werden: Die Polizei und der zivile Ungehorsam

In Berlin-Kreuzberg, im Frankfurter Westend und am Dreisameck in Freiburg flammte aus Hausbesetzungen Gewalt; in Köln, Augsburg, Tübingen, Gießen, Wuppertal und Detmold endeten Hausbesetzungen friedlich: weil die Besetzer bei der polizeilichen Räumung auf gewaltsamen Widerstand verzichteten, die Städte bei geplanten Fabrik- und Hausabrissen Zugeständnisse machten oder mit den Besetzern Duldungs- oder Mietverträge abschlössen.

Ein trauriges Kapitel

Um den "Volkskapitalismus" in der Bundesrepublik ist es traurig bestellt. Nach einer Untersuchung der Portfolio-Management-Gesellschaft legen die Bundesbürger ihre Ersparnisse immer weniger in Aktien an.

Wenn der Kanzler Pöhl allein läßt...

Karl Otto Pöhl und sein Zentralbankrat kämpfen zur Zeit einen einsamen Kampf. Mit dem Mut der Rechtgläubigen verteidigen die Währungshüter von der Festung Bundesbank aus ihre Position.

Wirtschaftsjournalismus: Ausgeflippt

Das traurigste Los im Journalistenstand hat zweifellos der Wirtschaftsredakteur. Nicht nur ist er schon deshalb der Park der Profession, weil er sprachlich längst nicht so begnadet ist wie die Kollegen vom Feuilleton – weshalb er seine Zuflucht gern in der virtuos-konzentrierten Darbietung von Zahlenreihen sucht.

Bonner Kulisse

Wenn der Chef der "Neuen Heimat", Albert Victor, ein Konzept entwickelt, wenn es dies, zweitens, in der "Bild"-Zeitung tut, und wenn diese, drittens, damit sogar noch aufmacht, wie sie am vergangenen Dienstag getan hat, dann kann der interessierte Leser daran zumindest eines erkennen: Der Wohnungsbau ist ein gesellschaftspolitischer Hit geworden.

Mitbestimmung: Ungeliebter Bastard

Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche den Gesetzentwurf für eine Änderung der Montan-Mitbestimmung verabschiedet. Der Gesetzentwurf sieht eine Übergangsfrist von sechs Jahren für das Auslaufen der Montan-Mitbestimmung vor, wenn die Voraussetzungen für diese Form der Mitbestimmung entfallen.

Wohnungsbaupolitik: Vergessene Großstadt

Den Wohnungsbaupolitikern müßten jedesmal die Ohren klingen, wenn in Berlin, Göttingen, Hamburg oder irgendeiner anderen deutschen Großstadt militante Hausbesetzer Scheiben einwerfen.

DAG: Ausgerutscht

Ein Gericht hat einer Gewerkschaft einen Warnstreik untersagt. Es geht um den dritten Mann im Cockpit moderner Verkehrsflugzeuge.

Berlin: Ausgewählt

Richard von Weizsäcker, Kandidat der CDU für das Amt des Berliner Bürgermeisters, stellt seine Truppen für den Sturm aufs Rathaus zusammen.

Frankreich: Ein miserables Geschäft

Es war einmal ein Finanzminister namens Valéry Giscard d’Estaing, der brauchte dringend ein paar Milliarden Francs, um ein Loch in der Staatskasse zu stopfen.

Werbung: Deutsch ist wieder gefragt

Das Aufsehen innerhalb der Branche war beträchtlich, als Ende der vergangenen Woche bekannt wurde, daß die Düsseldorfer Werbeagentur Team/BBDO zur Jahresmitte einen hochkarätigen Abgang wird verzeichnen müssen.

Energie: Strom für Habenichtse

Hätte Moses sich im gleichen Umfang mit Volkswirtschaft wie mit dem Monotheismus befaßt, hätte er die Kinder Israels wohl kaum ins Land Kanaan geführt.

Arbeitsmarkt: Die Bombe tickt

Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik ist im Januar auf rund 1,3 Millionen heraufgeschnellt. Das hat nicht nur saisonale und konjunkturelle Gründe.

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