Grundig fügte die beiden Firmen zu einem rentablen Ganzen zusammen. Die Zweiräder wurden bald abgestoßen; die elektrische Büroschreibmaschine wurde forciert; mit Buchungsautomaten wurde schließlich ansatzweise der Bogen zur Elektronik gespannt. Als allerdings hohe Investitionen für den Einstieg ins Kleincomputer-Geschäft notwendig waren, zog es Max Grundig Ende 1968 vor, TA für 220 Millionen Mark an den amerikanischen Konzern Litton Industries zu verkaufen.

Doch auch die Amerikaner waren nicht geneigt, noch viel Geld in die neue Nürnberg-Frankfurter Doppeltochter zu investieren. Den größten Teil der recht guten Erträge mußte Triumph in die USA abführen. Immerhin öffnete Litton der Weers-Mannschaft jedoch den Weg zu dem ergiebigen amerikanischen Markt für Büromaschinen. Der US-Anteil am Umsatz (1,6 Milliarden Mark) hat inzwischen mehr als fünfzig Prozent erreicht.

Nur mit phantasievollen Improvisationen konnte Weers die finanzielle Dürreperiode überleben. Die Zentraleinheit des Kleincomputers TA 1000 etwa, mit dem in den frühen siebziger Jahren der Durchbruch im EDV-Geschäft der „mittleren Datentechnik“ gelang, hatte sich der TA-Boß für wenige Millionen Mark von Otto Müller, dem Chef der Firma Computertechnik Müller (CTM) in Konstanz, entwickeln lassen.

Von der TA 1000 wurden weit über zehntausend Stück verkauft. Für die Konkurrenz völlig überraschend, konnte Weers 1976 einen Großauftrag der Deutschen Bundesbahn über fünftausend Terminals für ihr Integriertes Transport-Steuersystem (ITS) (Wert: 200 Millionen Mark) einheimsen. Und auch mit der Datev Datenverarbeitungsorganisation der steuerberatenden Berufe eG kam man ins Geschäft.

Weers machte sich in diesen Jahren dennoch keine Illusionen darüber, daß mit einer derart kurzatmigen Geschäftspolitik die Zukunft des Unternehmens abgesichert werden könnte. Zielstrebig arbeitete er deshalb auf eine „große Lösung“ hin, die TA für den Kampf mit den Computer-Giganten stärken sollte.

Der erste Schritt war 1978 die Beteiligung der Nürnberger Firma Diehl mit zunächst 12,5 Prozent und einer Option auf den gleichen Anteil. Aber erst der Pakt mit VW-Chef Toni Schmücker brachte ein Jahr später den Umschwung. Diehl, der sich mit seiner Minderheitsbeteiligung wenig Einfluß versprach, schied später wieder aus.

Im ganzen legte das Volkswagenwerk rund 630 Millionen Mark für Triumph-Adler hin. Ein stolzer, aber kein unreeller Preis für eine technologisch orientierte Firma mit über 17 000 Mitarbeitern und einem starken Brückenkopf in Amerika.